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Old E-Mobility

Oldtimer elektifizieren? Wir haben bereits mehrfach über das Thema berichtet. Zur Zeit ist es für die Presse ein interessantes Thema, aber ist das auch die Lösung um die Welt zu retten? Wenn man die Emissionen, die bei der Herstellung eines E-Fahrzeuges anfallen, mit berücksichtigt, dann muss ein neuer Stromer zunächst ein paarmal um die Erde (250000 km) fahren, bis er im Vergleich zu einem Diesel anfängt wirklich umweltfreundlich zu sein. Immer vorausgesetzt; dasS die Batterien so lange halten. Aber wie sieht das bei einem sehr alten Fahrzeug aus, dass nur auf kurzeren Strecken und im Stadtbereich genutzt wird.
Wir durften den Bericht "Oldtimer-Blitzeinschlag" mit freundlicher Erlaubnis von Michael Buller hier übernehmen.

Hier der Bericht von Michael Buller:
Seit einiger Zeit findet man mehr und mehr Beiträge über elektrifizierte Oldtimer. 

Spätestens als Prinz Harry bei seiner Hochzeit in einem Jaguar E-Type einstieg und man sich beim Losfahren die Frage stellte, wo denn der Auspuff ist, hat das E bei diesem Jaguar eine Doppelte Bedeutung. Der Preis für des Fahrzeuges liegt übrigens bei ca. 470tsd Euro, hab ich gelesen…..also man bekommt praktisch 4 mit Benzin Motor dafür.
Elektrifizierung in der Odltimerszene greift seit dem irgendwie um sich (oder ich nehme es einfach mehr wahr) und auch vor kurzem hatte ich einen Bericht gesehen bei den eine Firma sich spezialisiert hatte alte Autos mit einem E-Motor umzurüsten. Das Beispiel im Bericht war ein VW Käfer.
Auch ein guter Bekannter von mir, der zurzeit ein Fahrzeug restauriert, was seinem Vater gehörte, überlegt gerade, ob er anstatt des Verbrenners einen E-Motor einbauen zu lassen. Das Angebot übrigens lag bei einem Aufpreis von ca. 9tsd EUR, zur alternativen Motorinstandsetzung .
Wenns hierbei um die Realisierung einer technischen Verbesserung ginge, dann würde ich sagen ok….aber oft steht im Vordergrund all dieser Geschichten das Thema „Umweltfreundlich“.... fährt man mit seinem Oldtimer, nach dem E-Umbau, eben mit einem besseren Gefühl?
Ich bin mir nicht sicher wo ich da selber gerade stehe!
Auf der einen Seite haben wir Fahrverbote und Diskussionen um Abgaswerten (und wir müssen natürlich etwas ändern). Auf der anderen Seite liest man in letzter Zeit durchaus auch kritische Beiträge i.S. E-Auto und deren Null-Emission-Image.
Viel wird über die neuen Fahrzeuge mit Batterie-Technik diskutiert. Ist auch die Herstellung dieser Fahrhzeuge umweltfreundlich?  Auch zu den hierzu gibt es unterschiedliche Aussagen…und alleine dafür müssen im besten Case min. 20tsd Kilometer gefahren werden, um die Emissionen bei der Herstellung reinzuholen. Und woher die riesigen Mengen seltener Rohstoffe kommen, die dafür nötig sind. Wie wird der zusätzliche Strom produziert, den wir damit verbrauchen…..und …und ….und. Ehrlich gesagt bin ich mir langsam so verwirrt von all der Lobby Arbeit, die auf beiden Seiten gemacht wird. Ein abschließend klares Bild ist mir irgendwie nicht möglich.
Einen Faktorkann man allerdings als gegeben sehen…..das was in einem Auto schon seit vielen Jahren verbaut war, hat seinen (Umwelt-) Fingerabdruck sicherlich schon hinter sich. Eine neue Batterie, samt E-Motor einzubauen ist also ein neuer Fingerabdruck, den wir aktiv erzeugen!
Genauso gehts mir übrigens wenn nun die aktuellen Autos verschrottet werden, damit man sich ein neues kauft, das etwas bessere Abgaswerten hat…denn deren Herstellung hinterlässt doch auch einen neuen Fingerabdruck oder nicht?
Wieviel Kilometer/Jahre müssten wir dieses Auto fahren, um das wieder gut zu machen (und bei max. 20tsd Kilometern für eine Batterie sind das vermutlich weitere 20Jahre? Sehen Sie dazu auch diesen Filmbericht bei Facebook.

Den Erhalt des H-Kennzeichen kann man damit wohl vergessen….was aber aufgrund des E-Motors vermutlich Kfz-Steuerlich und Einfahrerlaubnis in Städte egal sein dürfte. Reichweite könnte dann schon bei einer Veranstaltung ein Problem werden, denn kaum ein Event dürfte unter 70 Kilometer bleiben.
Auch würde mir persönlich (und nennt mich jetzt auch gerne altmodisch)…der Klang des Fahrzeuges abgehen und ist das nicht genau das, was zum Gesamtkonzept eines Oldtimers gehört (schmecken, riechen hören?). Ich finde ja auch den Einbau eines neuen Mercedes Motors in eine Pagode irgendwie seltsam. Ja die Teile mit AMG Motoren und verbesserten Fahrwerken gehen wirklich gut….und sicherlich hat man daran Spaß. Aber wofür dann ein altes Auto kaufen und nicht ein ganz neues von AMG, das darüber hinaus im Falle eines Unfalls, sicherheitstechnisch auf der Höhe der Zeit ist.
Vielleicht sehen wir in 20 Jahren diese Diskussion als Hinterwäldlerisch an, weil unsere Mobilität vermutlich eh komplett anders ablaufen wird. Evtl. werden wir, die dann "unverbesserlichen Alten", unser Benzin wieder in der Apotheke kaufen müssen, damit wir mit dem alten Fahrzeug überhaupt eine Runde auf einer abgesperrten Strecke fahren können (um nicht Chaos in einem automatisierten Verkehr zu bringen….wobei….das sicherlich lustig wäre).
Das Thema Nachhaltigkeit ist ganz sicher eine der größten Herausforderungen unserer Zeit. Ob dabei die Umrüstung von Oldtimer wirklich eine Hilfe ist, um ein Teil der gesamten Problemlösung zu sein….bin ich mir nicht sicher und irgendwie werde ich das Gefühl nicht los, dass dies sogar Kontraproduktiv sein könnte.

Die sicheren Seite wären wir übrigens nur mit einen Tretauto! Ein altes natürlich, dass vor min 30 Jahren gefertigt wurde!

Ánmerkung ClassicIndex.eu: Die sinnvolle Alternative für Oldtimer
Eine deulich sinnvollere Möglichkeit historische Fahrzeuge umweltfreundlicher zu machen ist das Umrüsten auf LPG-Gas. Deutlich emissionsärmere Verbrennung, überschaubare Kosten, europaweites Tankstellen Netz. Anbieter und mehr Informationen hier bei ClassicIndex.eu.

Motag, 21. Januar 2019
Jürgen Feye-Hohmann
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