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Angriff auf die Youngtimer

Auto Bild Klassik berichtete in der aktuellen Ausgabe Nr.11/2018. Und meint damit die kommenden Fahrverbote für jede Art von „Verbrennern“ .
Kurz: Die kommende Gegenwart unserer historischen Automobile ist in Gefahr. Und wer kümmert sich um uns?
Lesen Sie dazu den beiliegenden Artikel von DEUVET-Vize Eckhart Bartels.

Und wer kümmert sich um uns?
Das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig hatte im Februar 2018 erklärt, dass Fahrverbote zur Reinhaltung der Luft grundsätzlich zulässig sind. Im September ordnete das Verwaltungsgericht bereits Fahrverbote für verschiedene Innenstädte an, zuletzt für die Pendlermetropole Frankfurt. Das Land Hessen gehtderzeit juristisch dagegen vor, denn schon ab 1.Februar 2019 sollen wegen zu hoher Stickstoffdioxidwerte (NO²) nicht nur Diesel (Emissionsklasse bis Euro4) sondern auch Benziner (< Euro3) ausgesperrt werden.
Ein Eilantrag der DUH will erreichen, dass die Richter schon im Dezember 2018 entscheiden, dass das Fahrverbot ohne Berufungsmöglichkeit durch das Land umzusetzen ist. Sind wir dabei machtlos?

Hispano Suiza H6 32CV 1922 - horn mascot
Luxury of Motoring 1909 Rolls-Royce Silver Ghost
Mercedes Benz 36-220 1928
Rolls-Royce Silver Ghost 1909 by the Beaulieu River
Rolls-Royce Silver Shadow 1968

Also weniger als zwei Monate bis zum Fahrverbot.
Wir befürchten die Folgen eines Fahrverbots für uns alle und vor allem für unseren Nachwuchs. Aber ebenso fürchten wir die Folgen für viele erhaltenswerte Modelle der 1990er Baujahre, die für Sammler und „Einsteiger“ noch vor Erreichen des H-Zertifikats „uninteressant“ werden. Wieder ein Trend, wie das „schönste und rostigste Hobby“ seinen Nachwuchs verlieren wird.
Wollen wir das?
Das Fahrverbot betrifft dann derzeitige Youngtimer-Modelle wie Opel Omega, Volvo 940, VW Golf VR6, Citroen XM oder Alfa Romeo 156, aber auch bisher beliebte Baureihen der Mercedes E-Klasse, BMW 5er und eben auch Porsche 964. Immerhin bildet diese „lebendige Fahrzeuggeneration“ derzeit noch einen Bestand an 2,1 Millionen unterschiedlich gepflegter Fahrzeuge. Wie lange noch?
Wieder eine politische Verschrottungsaktion?
Die Entscheidung gegen Frankfurt, schreibt Benjamin Gehrs, Journalist bei Auto Bild für Reportage, Investigatives und Innovation, kann schnell zu einem Flächenbrand werden. DUH will Fahrverbote in weiteren 28 deutschen Städten, darunter Köln, Dortmund, Hannover und Berlin durchsetzen. Klagen für weitere sechs Städte liegen auf dem Tisch. Insgesamt werden letztendlich 65 Innenstädte betroffen sein.
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DEUVET und das „Sofortprogramm Saubere Luft“.

Seit April d.J. ist der DEUVET angefragt und als Berater am Projekt „Saubere Luft“ des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur beteiligt. Hier geht es um die zukünftigen Ausnahmen für historische Fahrzeuge allgemein, also auch um die Interessen der Besitzer und Nutzer von Youngtimern. Bei Diesel-Fahrverboten wird durch uns angestrebt, die gleichen Regeln wie beim H- und 07-Kennzeichen unverändert zu übernehmen. Hauptargument ist weiterhin die statistisch bekannte Tatsache, dass
klassische Fahrzeuge jährlich weniger als 2000 km bewegt werden und somit signifikant keine Auswirkungen auf die beklagte Luftverschmutzung haben.
Appell an die Szene der Klassiker:
Wir müssen gemeinsam handeln, sich auf eine kompetente gut vernetzte Interessenvertretung verlassen können. Dazu gehört auch, einen möglichen Missbrauch des 07-Kennzeichens zu verhindern und die Zuteilung des H-Kennzeichens sehr sensibel zu überwachen. Es nützt niemanden, wenn wir die für klassische Fahrzeuge mühsam erarbeiteten Regeln und Ausnahmen durch egoistische Einzeltäter gefährden. Entscheiden Sie alle mit, wie wir historische Mobilität in Zukunft gestalten wollen.
Euer Interessenvertreter ist Peter Schneider, seit Mitte der 1980er Jahre im DEUVET für uns alle verlässlich tätig. Er ist der akzeptierte Gesprächspartner für Politik und Gesetzgebung. Anregungen an den DEUVET über praesident@deuvet.de
 
V.i.S.d.P. E. Bartels / DEUVET

Diese Fotos zeigen sehr authentische Hod Rod - Umbauten wie sie in den 30 ger und 40ger in den USA sehr üblich waren. 2018 gesehen bei dem Beach-Racing auf der dänischen Insel RÖMÖ.

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Kommentar von ClassicIndex.eu
Und wer kümmert sich um uns? Sind wir dabei machtlos?
Wir wissen, dass Abgase von Fahrzeugen, Schiffen und vielem mehr, zur Verunreinigung unserer Atemluft beitragen. Das wir etwas tun müssen, dass machen die täglichen Nachrichten über Wetter-Katastrophen deutlich.
Da scheint es nur konsequent, wenn in Städten & sogenannten Umweltzonen Grenzwerte vorgeschrieben werden, genau wie auch bei den Fahrzeug-Emissionen Grenzen gesetzt werden müssen.
Werden diese überschritten und nicht einhaltbar, dann scheinen Fahrverbote zur Reinhaltung der Luft die richtige Antwort zu sein.
Wenn es denn helfen würde.
Warum gerade in Hamburg vergessen wurde, auch Emissionen aus dem Flugverkehr und Schweröl verbrennende Überseeschiffe einzubeziehen, das verwundert nicht, denn die Lobby ist hier stärker als bei den Dieselfahrern.
Dass auch Schummel-Lösungen die Werte nicht wirklich verbessern, dass wissen wir inzwischen.  Diesel-Fahrverbote haben der Umwelt nicht geholfen. Den Fahrzeugherstellern dafür umso mehr, denn Umsatz und Gewinn konnten gesteigert werden.
Inzwischen setzt man zunehmend auf Batterie-betriebene Elektroautos. Es kann gut sein, dass auch das nur eine Übergangslösung  ist.
Nehmen wir einmal an, Sie hätten die Möglichkeit Ihre kleinen Stromer in Ihrer Garage zu betanken. Der Laternenparker, im Hochhaus gegenüber, hat es nicht so einfach, es sei denn er hat ein 50 m langes Kabel. Aber selbst wenn alle in Ihrer Straße eine passende Steckdose hätten, würde abends vermutlich die Stromversorgung zusammenbrechen, denn dieser Bedarf war nicht eingeplant. Zunächst müssten dafür armdicke Versorgungskabel verlegt werden. Ob die Energieversorger bis dahin ausreichende Strommengengen bereitstellen können, das wissen wir noch nicht. Aber ganz ohne Emissionen wird auch das nicht möglich sein.
Begrenzte Rohstoffe für die Herstellung, Alterung der Batterie und aufwändige Entsorgen soll hier nur am Rande erwähnt werden.
Dass viele Fahrzeughersteller an Brennstoffzellen-Elektromobilität arbeiten und teilweise bereits funktionsfähige Lösungen anbieten, das ist bekannt. Es wird jedoch noch viel Entwicklungszeit benötigt.
Ob sich Energieversorger, Fahrzeugindustrie und Politik, bei derart vielen Problemen, noch die Belange von Young-&Oldtimer-Besitzern als wichtig ansehen, das wissen wir nicht.  Es ist möglicherweise gar nicht in deren Sinne, wenn die oben erwähnten und in Massen produzierten frischen Youngtimer, mit den Vorteilen des H-Kennzeichens täglich genutzt werden. Dabei ist es sehr umweltfreundlich Fahrzeuge möglichst lange zu nutzen. Emissionen bei der Herstellung von Neuwagen liegen oft deutlich über dem, was diese jemals einsparen werden. Der Britische Morris Minor Spezialist Charles Ware hatte das schon vor über 40 Jahren erkannt. Sehen Sie dazu "Sind Oldtimer Umweltsünder?".

Die Richtlinie für die Beurteilung von historischen Fahrzeugen* wurde bereits verschärft. Auch veraltete, vor kurzem noch hoch-moderne Mechanik und Computer-unterstützte Technik wird zusätzlich Grenzen setzen, wenn Ersatzteile und Service-Spezialisten fehlen. Wir werden sehen wie es weitergeht.

Jürgen Feye-Hohmann

PS.: *Die Richtlinie durften wir mit freundlicher Zustimmung des Kraftfahrt-Bundesamt / Arbeitskreis Erfahrungsaustausch veröffentlichen.

Dienstag, 13. November 2018
Jürgen Feye-Hohmann
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