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Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin! Das haben sich rund 1500 Oldtimerfahrer nebst ihrer automobilen Klassiker zu Herzen genommen. Sie haben der Abschlussveranstaltung der Initiative „Kulturgut Mobilität“, vor Ort organisiert und durchgeführt vom neu gegründeten Verein „mobiles Kulturgut Berlin“, Leben eingehaucht.

Es war beeindruckend! Anfangs hielt sich der Andrang der Fahrzeuge, nicht zuletzt wegen des nasskalten Wetters, in überschaubaren Grenzen. Gegen 8:30Uhr zählte man gerade einmal rund 20 Fahrzeuge. Doch schon eine halbe Stunde später setzte ein nie enden wollender Zustrom ein. Der üppig bemessene Parkplatz vor der Deutschlandhalle war nach kurzer Zeit völlig überfüllt, so daß die Polizei die noch 1,5 Stunden später immer noch eintreffenden Fahrzeuge nun auf der zweispurigen, an der Deutschlandhalle vorbeiführenden, Straße aufstellen ließ.

Respekt nötigt das Erscheinen einer Ente und eines Fiat 500 ab, die eigens aus München angereist waren, um in der Bundeshauptstadt ihrem Unmut über die Plakettenverordung Ausdruck zu verleihen. Auch sonst waren die Kennzeichen zwar bunt gemischt, trotzdem hatte ich den Eindruck, daß wenig Oldtimerfahrer aus dem Rest der Republik den Weg nach Berlin gefunden haben. Das Gros der Fahrzeugklassiker war in Berlin oder dem angrenzenden Umland zugelassen.

Gegen 11 Uhr setze sich der Troß, nach einer kurzen Ansprache des Vorsitzenden des Berliner Vereines, Ralph Bosshammer, in Bewegung. Angeführt vom Berliner „Oldtimer-Szene-Original“, Heidi Hetzer, welche dem immer wieder einsetzenden strömendem Regen in einem Opel aus dem Jahre 1909 trotzte. Dies war auch mit Abstand das älteste Fahrzeug im Feld.

Es ging über den Kurfürstendamm, der „Straße des 17.Juni“ sowie „Unter den Linden“ bis zum Schlossplatz, wo die Abschlusskundgebung stattfand.

Es richteten Mario De Rosa von der Initiative „Kulturgut Mobilität“, sowie die Herren MdBs Koeppen (CDU) und Löning (FDP) einige Worte an die versammelten Oldtimerfreunde. Jens Koeppen, in seiner Eigenschaft als Berichterstatter für den Bereich „Feinstaub“ im Umweltausschuß, betonte, sich weiterhin nachhaltig und konsequent für bundesweit einheitliche Ausnahmeregelungen für Oldtimer einzusetzen. In dieselbe Kerbe schlug anschließend auch Markus Löning. Wollen wir alle hoffen, daß es sich nicht um bloße Lippenbekenntnisse handelt, sondern den Worten auch fruchtbare Taten folgen lassen. Der applaudierenden Menge jedenfalls, erschien nach den Ansprachen ein Hoffnungsschimmer am Horizont. Um 15Uhr fand die Kundgebung ihr Ende.

Abschließend kann gesagt werden, daß die Veranstaltung als erfolgreich im Sinne der Beteiligung angesehen werden kann. Es wurde wieder auf sympathische Weise der Bevölkerung die automobile Hinterlassenschaft unserer Gesellschaft und deren Schutzbedürfnis vor Augen geführt. Inwieweit sie jedoch auch politisch etwas zu bewegen vermag, kann zum aktuellen Zeitpunkt noch niemand voraussagen. Ob unsere beiden Aktionstage, der 15.4. und der gestrige 12.5., in der Politik „angekommen“ sind, muß abgewartet werden.

Trotzdem soll sich niemand davon abhalten lassen, auch weiterhin Abgeordnete und Politiker aus dem eigenen Wahlkreis anzuschreiben und sie mit der Problematik zu konfrontieren.

Unser aller Dank gilt den zahlreichen Helfern am Aktionstag vor Ort, den Organisatoren des Berliner Vereines, dem AvD und dem ADAC, die Pannenhilfefahrzeuge zur Verfügung gestellt haben sowie allen Sponsoren und nicht zu vergessen, allen Teilnehmern, die trotz schlechten Wetters, diesen Tag doch noch zu einem unvergesslichen Erlebnis gemacht haben.
{xtypo_info}Eindrücke von der Veranstaltung können hier abgerufen werden.{/xtypo_info}

Motag, 14. Mai 2007
Jürgen Feye-Hohmann
Mario De Rosa / Initiative Kulturgut Mobilität
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