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Oldtimer Begutachtung

Bei alten Autos & Motorrädern gibt es - glücklicherweise - kein Display, was uns ständig sagt, was wir wieder machen lassen soll. Selbst für den fälligen TÜV-Termin wird man regelmäßig in die Werkstatt gebeten. Oldtimer stehen oft mit dem Heck und Prüfplackette zur Garagen- oder Hallenwand. Da kann es schon mal passieren, dass der fällige Termin verschlafen wird. Dabei sollte man jetzt nicht nur Öl & Wasserstand prüfen sondern auch auf einen aktuelle Plakette achten. Gutachter, mit etwas mehr Oldtimer-Erfahrungen findert man mit ClassicIndex.eu in Ihrer Nähe.
Da kommt die Erinnerung von Wilhelm Schauf, jetzt zum Saison-Beginn, gerade noch zur rechten Zeit.

Hallo liebe Oldtimerfreundinnen und -freunde,
Hallo liebe Youngtimerfreundinnen und -freunde, ¬

Ich gehe davon aus, dass bei den ersten warmen Sonnenstrahlen alle Oldtimerfreundinnen und -freunde ihre erste - wenn auch nur kurze - Ausfahrt mit ihrem Schätzchen unternommen haben. Vorher wurde sicherlich eine technische Kontrolle hinsichtlich Fahr- und Betriebssicherheit durchgeführt. Wichtig ist aber auch der Blick auf die Prüfplakette (im Volksmund auch TÜV-Plakette genannt) auf dem hinteren amtlichen Kennzeichen. Man glaubt ja nicht wie schnell zwei Jahre vergehen.
Seit wann gibt es eigentlich diese technische Fahrzeuguntersuchung und Plakette, welchen Prüfumfang beinhaltet die Abnahme? Hier möchte ich nachfolgend mal einen kleinen geschichtlichen Überblick geben:
Bereits im Jahre 1930 wurde in der damaligen Reichs-Straßen-Zulassungsordnung eine Kontrolluntersuchung für Kraftfahrzeuge und ihre Anhänger eingeführt. Im Jahre 1938 wurden die Vorschriften des §29 StVZO eingeführt. Sie sahen erstmals die Möglichkeit der wiederkehrenden Überwachung der Fahrzeuge vor.
Der §29 StVZO von 1938 lautete wie folgt:
1. „Neben der ständigen Überwachung der Fahrzeuge im Straßenverkehr können Kraftfahrzeuge und ihre Anhänger von den Zulassungsstellen zur Prüfung durch amtlich anerkannte Sachverständige vorgeladen werden. Die Fahrzeuge sind zur Prüfung an dem in der Vorladung bestimmten Ort zur bestimmten Zeit vorzuführen. Die Prüfung ist in angemessenen Zeiträumen zu wiederholen."
2. "Hauptsächlich sind zu prüfen: Lenkung, Bremsen, Beleuchtung (besonders die Abblendung der Scheinwerfer und die Deutlichkeit der Schluss- und Bremslichter), Bereifung und Fahrtrichtungsanzeiger, außerdem sind namentlich die amtlichen Kennzeichen und ihre Beleuchtung sowie etwaige Geräusch- und Rauchentwicklung zu prüfen.“
Gehalten hat sich bis zum heutigen Tage, dass es sich bei der Prüfung der Fahrzeuge um eine Abnahme gemäß §29 StVZO handelt.

Mit der Verordnung zur Änderung der StVZO vom 25. November 1951 wurde die wiederkehrende Überwachung von Kraftfahrzeugen und Anhängern obligatorisch eingeführt. Jetzt mussten alle Fahrzeuge einer Überprüfung unterzogen werden. Der geänderte Absatz 1 des §29-StVZO hatte folgenden Wortlaut:
1. Unabhängig von der ständigen Überwachung der Fahrzeuge im Straßenverkehr haben die Zulassungsstellen in angemessenen von den für den Verkehr zuständigen obersten Landesbehörden festzusetzenden Zeitabständen die Vorführung der Kraftfahrzeuge und ihrer Anhänger zur Prüfung durch amtlich anerkannte Sachverständige anzuordnen. Die Fahrzeuge sind zur Prüfung an dem in der Anordnung bestimmten Ort zur bestimmten Zeit vorzuführen.
Da der TÜV zu diesem Zeitpunkt noch nicht über ausreichende Anzahl von Prüfstellen verfügte, fanden die Abnahmen teilweise auf freien Flächen statt.

Prüfumfang: Unterbodenkontrolle auf der Kniescheibe, kurze Probefahrt bis Almena, Prüfberichtserstellung vor der Theke...

Man stellte aber im Laufe der nächsten Jahre fest, dass der Personalmangel bei den Stadt- und Kreisbehörden die rechtzeitige Einberufung zur Untersuchung erheblich erschwerte und dass viele Kraftfahrzeughalter trotz mehrmaliger Aufforderung die Fahrzeuge nicht vorführten. Deshalb strebte die Neufassung die Heranziehung aller überwachungspflichtigen Fahrzeuge, die Entlastung der Stadt- und Kreisbehörden und die Einführung einer wirksamen Kontrolle durch Einführung der Plakette am Fahrzeug an. Diese Überlegungen fanden in der am 7. Juli 1960 geänderten Verordnung zur Änderung von Vorschriften des Straßenverkehrsrechts Berücksichtigung. Die Prüfplakette war somit geboren, wurde im Januar 1961 eingeführt und feiert in diesem Jahr ihren sechzigsten Geburtstag.

Die Folge, der nun von den Fahrzeughaltern eingehaltenen Prüftermine war, dass sich vor den noch nicht zahlreich vorhandenen Prüfstellen täglich lange Fahrzeugschlangen bildeten und die damalige Monopolstellung auch nicht immer zu einer kundenfreundlichen Bedienung führte. Bilder wie das nachfolgende sind sicherlich jedem von uns noch bekannt:
In der Anlage VIII zum §29 StVZO fanden sich die Einzelheiten über die Untersuchungen. Anlage IX StVZO schrieb vor, wie die Prüfplakette beschrieben sein musste. Die Hauptuntersuchung beschränkte sich nicht mehr nur auf die Verkehrssicherheit und die Geräusch- und Abgasentwicklung, sondern auch auf die Einhaltung aller technischen Vorschriften der Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung.

Eine weitere einschneidende Änderung des §29 StVZO erfolgte im Jahre 1989. Ab diesem Jahr waren weitere Überwachungsorganisationen für die Durchführung der amtlichen Prüfung zugelassen. Prüforganisationen wie TÜV, Dekra, GTÜ, KÜS usw. entstanden und die Durchführung der Fahrzeugabnahmen verlagerte sich immer stärker in die Werkstätten.

Der Gesetzgeber erkannte aber auch in den folgenden Jahren, dass sich die Vorschriften für die Durchführung der Abnahme dem technischen Fortschritt im Automobilbereich anpassen musste. Eine umfassende Änderung der Vorschriften erfolgte durch die 41. VO zur Änderung straßenverkehrsrechtlicher Vorschriften vom 3.3.2006.
Hier sind insbesondere zu nennen:
• Zusammenfassung der HU und AU nach einem zeitlich gestuften Verfahren
• Einführung der Untersuchung der Abgase und Geräusche an Krafträdern
• Einführung der Untersuchung sicherheits- und umweltrelevanter elektronisch geregelter Fahrzeugsysteme
Im Gegensatz zu den Anfängen der technischen Fahrzeugprüfung, wo die Prüfpunkte „Kann"-Prüfpunkte“ waren, besteht die Abnahme heute aus einem Pflichtprüfkatalog, der abzuarbeiten ist. Baugruppen wie Karosserie, Bremsanlage, Lenkung, Fahrwerk, Beleuchtung, Bereifung, Identität usw. sind grundsätzlich einer Überprüfung zu unterziehen.

Unter anderem gibt es auch hinsichtlich unseres Hobbys etwas zu beachten und zwar werden die Kriterien der Oldtimerzulassung bei Fahrzeugen, die mit einem H-Kennzeichen ausgestattet sind im Rahmen jeder Hauptuntersuchung geprüft und können ggf. bei starken Abweichungen zu den Kriterien des §23 StVZO zur Einstufung „erhebliche Mängel“ führen.

Soweit zur geschichtlichen Entwicklung der Hautuntersuchung in Deutschland. Für spezielle Fragen stehe ich gern zur Verfügung und hoffe auf baldige wieder mögliche Oldtimertreffen in der Region.

Viele Grüße
Wilhelm Schauf, Vorstand der Oldimerfreunde Extertal-iG

 Wie Brösel & Werner darüber denken, dass ist eine ganz andere Geschichte.

Freitag, 30. April 2021
Jürgen Feye-Hohmann
ClassicIndex.eu & Teilnehmer
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