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DEUVET

Für diverse fachspezifische Bereiche hat der DEUVET Bundesverband Oldtimer-Youngtimer e.V. eigene Ressorts mit Fachleuten besetzt. Diese Beiräte helfen den DEUVET Clubs und ihren Mitgliedern, aber auch einzelne Liebhaber der historischen Mobilität können mit einer persönlichen Mitgliedschaft diese Dienste in Anspruch nehmen.

Heute: Beirat Amphibienfahrzeuge René Pohl

Die Faszination des rostigsten Hobbys der Welt wird mitgetragen durch die enorme Formenvielfalt und Diversität der unterschiedlichsten Fahrzeuggattungen. Von Motorrädern und PKWs über LKWs bis hin zu unzähligen Sonderfahrzeugen, die die Nischen in der Oldtimerwelt füllen.
Das Benzin im Blut hat Dipl.-Ing. (FH) René Pohl (52) seit frühen Kindertagen. Entsprechend seiner großen Leidenschaft für Oldtimer hat er Fahrzeugtechnik an der FH Köln studiert und seine berufliche Laufbahn so eingerichtet, dass der Job die Möglichkeit bietet, dieser Passion zu folgen. Fahren wollte er die Traumautos seiner Kindheit, denn alle zu besitzen wäre niemals möglich – dafür sind es schlicht zu viele. Heute bietet ihm der Beruf als amtl. anerkannter Sachverständiger beim TÜV-Nord Mobilität und Mitglied der Automobilhistorischen Gesellschaft dazu zahlreiche Gelegenheiten.
Als besonderes Schlüsselerlebnis in seinem Leben muss unbedingt die Wasserfahrt in einem Amphicar auf dem Neckar genannt werden, die man ihm als autobegeistertem Jugendlichen ermöglichte. Von der festen Straße aus einfach abzubiegen, die Rampe runter zu rollen und mit einem Platscher ins Wasser einzutauchen, um dann sacht schaukelnd seine Fahrt auf dem Fluss fortzusetzen – das hat ihn damals total geflasht. Für Pohl hat dieses Gefühl an Intensivität bis heute nichts eingebüßt. So wurde sein erstes Auto zum Schrecken der Eltern und dem Spott der Mitschüler ein stark runtergerocktes Amphicar. Die „Restaurierung“ erfolgte in der heimischen Garage, die notwendigen handwerklichen Fähigkeiten lernte er autodidaktisch bei „alten Hasen“. Die Unterstützung des Amphicar Clubs Berlin und seiner erfahrenen Mitglieder war dabei von existentieller Bedeutung.
Den Amphicar fährt er noch immer. Auch dem Club ist er treu und versucht als 1.Vorsitzender etwas von dem zurückzugeben, was er selbst erfahren durfte: Den gemeinschaftlichen Zusammenhalt und die praktische Unterstützung mit Know-how und Kameradschaft.
Das ist für René Pohl der Grund, sich für den DEUVET als Beirat aktiv zu engagieren. Nur in der Gemeinschaft ist man stark und kann Dinge bewegen, denen man allein hilflos gegenübersteht. Dabei zählt die Erfahrung und das Wissen des Einzelnen, auf das man bei Bedarf zurückgreifen kann. Als Fahrer eines Wasserautos ist er es gewohnt, manches aus einer anderen Perspektive zu betrachten, festen Boden zu verlassen und neue Ufer anzusteuern. Dies gilt im übertragenden wie auch im eigentlichen Sinne.
Abseits des Mainstreams ergeben sich insbesondere in den Nischen der eingangs beschriebenen Oldtimerwelt mitunter Probleme, zu deren Klärung die betroffene Gruppe als zu unbedeutend wahrgenommen wird. So eskalierte 2016/2017 z.B. ein bürokratisches Paradoxon, die Zulassung von Amphibienfahrzeugen betreffend:
Kraftfahrzeuge sind kennzeichnungspflichtig. Gleiches gilt für Wasserfahrzeuge. Die Bestimmungen zur Art und Weise der Kennzeichnung sind jedoch unterschiedlich (StVZO vs. K1FzKV-BinSch). Eine Doppelkennzeichnung ist ausdrücklich verboten. Unter Berufung auf dieses Verbot teilten viele Wasserschifffahrtsämter keine Bootsnummern mehr an Amphibienfahrzeuge aus, denn die Fahrzeuge seien ja schon amtlich gekennzeichnet. Mit dem Erfolg, dass die Wasserschutzpolizei die amtlichen Kraftfahrzeugkennzeichen nicht anerkannte, da sie weder den Bestimmungen zur Kennzeichnung von Wasserfahrzeugen entsprächen noch im Bootsregister zu finden seien.
Dieses Dilemma führte immer wieder zu langen Diskussionen mit den Ordnungshütern. Erst über den DEUVET konnte dieses Paradoxon durch Carsten Müller (MdB) zur Klärung in das „Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur“ eingebracht und letztlich verbindlich und zur Zufriedenheit aller gelöst werden.
Diese Anekdote steht stellvertretend für die vielen kleinen speziellen Belange, die sich aus der Vielfalt der automobilen Welt immer mal wieder ergeben. Sie alle im Blick zu behalten, kann der DEUVET-Vorstand allein nicht gewährleisten. Daher unterstützen die Beiräte ihn nicht zuletzt mit Spezialwissen und Erfahrungen aus dem entsprechenden Fachbereich.
Es liegt in der Natur der Dinge, dass der Fachbereich Amphibienfahrzeuge nicht ganz so häufig gefragt ist wie beispielsweise der Fachbereich Recht. Aber auch in technischen oder Zulassungsfragen steht René Pohl mit seinem Wissen als Sachverständiger zur Verfügung.
Neben Job, Familie, Beirats- und Vereinsarbeit bleibt aber noch genug Zeit um die schönen Seiten unseres Hobbys genießen zu können. Auf Veranstaltungen, Treffen oder Ausfahrten gibt es immer wieder genug Gelegenheit, Gleichgesinnte zu treffen und Benzin zu schnacken. In seiner kleinen Werkstatt steht immer ein Restaurierungsobjekt mit Rädern und Propeller, an dem er sich nach Feierabend verwirklichen kann. Der Fahrzeugpark hat sich dadurch über die Jahre vergrößert. Einige Fahrzeuge warten allerdings noch auf ihre Wiederherstellung.
Glücklicherweise kann Pohl auf das Verständnis und die Unterstützung seiner Frau bauen, die selbst automobilaffin ist. Sie fährt zwei Oldtimer: eine Charleston-Ente und ein Airstream-Wohnmobil. Mit Letzterem sind sie häufig unterwegs, natürlich mit dem grünen Amphicar im Schlepp. Denn gemeinsam macht das Hobby mehr Spaß – sowohl in der Partnerschaft, im Verein als auch im Verband.

Neben Herrn Pohl fungieren im deutschen Oldtimerdachverband noch weitere Experten als Ansprechpartner für Mitglieder mit dezidierten Anliegen. Ihn und weitere DEUVET-Ansprechpartner für weitere Fachbereiche finden Sie "hier"!
Ihre Fragen senden Sie bitte als Email an: info@deuvet.de

DEUVET Bundesverband Oldtimer-Youngtimer e.V. 

 

 

Montag, 18. Januar 2021
Jürgen Feye-Hohmann
DEUVET Presse
Bildergalerie:
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