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Begutachtung von Oldtimern

Wie ein Oldtimer aussehen darf, der historisch ist und was nicht sein darf, das ist neu geregelt worden. Die "AKE-Arbeitsanweisung für die Begutachtung von Oldtimern nach §23 StVZO" ist die Richlinie, die Gutachtern bei der Prüfung helfen soll. Nicht alles was darin steht wird sich mit der Sichtweise aller Oldtimer-Enthusiasten decken. "H" - sein oder nicht sein, das ist hier die Frage.

Die Erfinder der H-Regelung möchten automobiles Kulturgut in möglichst originalen Zustand erhalten. Was original ist, dazu gibt es sicher tausend verschiedene Ansichten. Früher, als die heute altgewordenen Enthusiasten noch wild und verrückt waren, haben sie ihre Kreidler frisiert, die Horex-Regina mit Höcker-Sitzbank und Stummellenker aufgewertet. Auch Papas alter Käfer wurde mit Chromfelgen vom Porsche 356 verschönert. Die gabs für kleines Geld auf dem Schrottplatz. Die Firma Kamei hatte damals schon viel Zubehör für den Käfer. Gleich mehrere Tuner hauchten der hinten montierten Luftpumpe, deutlich mehr Leben ein und Sauer&Sohn bot einen Sound-verbesserten Auspuff an. Das fanden wir lustig, TÜV und Papa nicht immer oder erst, wenn eine Familienpackung Topfkratzer in den veränderten Auspuff hinein gestopft wurde.
Als VW 1965 von 5 auf 4-Lochfelgen wechselte konnte man die Scheibenbremsen vom VW 1600 TL, ohne große Veränderungen, auch am Käfer montieren. Verbesserungen bei der Sicherheit sahen die Prüfer damals positiv.
Für solche Veränderungen gilt heute:
"Zeitgenössische Änderungen sind solche Änderungen, die innerhalb der ersten 10 Jahre nach Erstzulassung bzw. Herstellungsjahr üblich waren und vermehrt durchgeführt wurden. Dies sind Änderungen durch Original-, Zubehör- oder auch Tuning-Teile sowie -systeme. Auch originalgetreue Nachbauten dieser Teile und Systeme – ggf. mit aktuellen Prüfzeugnissen – sind zulässig".

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Gabriela Arno
Kaefer innen
Kaefer vorn
Motor
Tools
Tuer

Das im Zuge der H-Zulassung nicht alles erlaubt sein kann, dass versteht sich von selbst, zumal Besitzer von leistungsstarken Fahrzeugen auch gewisse Vorteile haben. Die Besitzer von Kleinwagen fahren zwar nicht günstiger, dürfen aber immerhin mit dem "H" in die sogenannten Umweltzonen einfahren, die es in der Form nur in Deutschland gibt. In Rest-Europa haben Oldtimer-Besitzer andere Vergünstigungen. Möchte man diese Vorteile nutzen, dann muss man sein Fahrzeug so erhalten, wie es in der "AKE-Arbeitsanweisung für die Begutachtung von Oldtimern nach §23 StVZO" (Stand 18.09.2015) vorgeschrieben ist.
Diese seit 2015 gültige  Richtlinie zur Begutachtung von Oldtimern, mit vielen Foto-Beispielen zu gut und geht garnicht, können Sie hier, "hier downladen" mit freundlicher Erlaubnis des AKE's, *.

In Grenzfällen, zum Beispiel wenn Dinge verändert werden sollen, die eigentlich für ein "H" zu neu sind, welche jedoch die Sicherheit im Verkehr verbessern, sollte man vor dem Einbau mit einem erfahrenen Prüfer sprechen.

Die Sicherheit der Fahrzeuginsassen und anderer Verkehrsteilnehmer sollte immer wichtiger sein, als die Originalität eines alten Fahrzeuges, das nicht im Museum steht, sondern im heutigen Verkehr genutzt werden kann.

Der Trailer zu dem Film "American Graffiti" zeigt einen gelben Ford B von 1932. Ähnliche Umbauten waren schon in den frühen 60gern in den USA beliebt und können "H"-fähig sein, wenn der Umbau vor min. 30 Jahren erfolgt ist. Der Film ist von 1973, die gezeigten Umbauten waren damals üblich und sind auch deutlich über 30 Jahre alt. Ob diese Abweichung vom Orinal jedem gefällt, ist eine andere Frage.

* Reinhard Petersen, Kraftfahrt-Bundesamt / Arbeitskreis Erfahrungsaustausch

Mittwoch, 22. August 2018
Jürgen Feye-Hohmann
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