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Sonderschau der Extraklasse auf der Retro Classics im März 2013 in Stuttgart: „Österreichs vergessene Automobil-Marken" / Raritäten aus Privatbesitz

RC13 P Steyr-Baby Bj 1937 klNicht nur in Deutschland wurden um 1900 vielfältige Autos gebaut. Auch im benachbarten Österreich arbeitete eine Reihe engagierter Ingenieure daran Automobile zu entwickeln. Bei der kommenden Retro Classics (7. bis 10 März 2013) in Stuttgart wird sich eine Sonderschau diesen teils in Vergessenheit geratenen Marken aus Österreich widmen und bisher nicht gezeigte Fahrzeuge aus Privatbesitz präsentieren. Nicht ganz 30 verschiedene Automobilmarken hat es einst in Österreich gegeben. Geblieben sind nur wenige.

RC13 GSvk40-45 Kaiserwg24 7 2000 NscNegNr D 161-8 kl
RC13 GS SP8 kl
RC13 Lehner Dauber Elektro 01 KP kl
 RC13 P 033 kl
 RC13 P 061 kl
 RC13 P Steyr100 Bj 1935LuH Mesicek kl
 RC13 P SteyrIV Bj 1922-Mesicek kl
 RC13 P SteyrIV Bj 1922mitSpitzkuehler-Mesicek kl
RC13 P SteyrIV Bj 1922mitSpitzkuehler LuH Mesicek kl

Die Mehrzahl verschwand im Lauf der Jahre fast gänzlich aus dem Fokus vieler Oldtimerfreunde. Neben bekannteren Namen wie Gräf & Stift, Steyr, Puch, Austro Daimler und Denzel finden sich weitere Raritäten mit Namen wie Wyner, Celeritas oder Friedmann-Knoller in der Liste der österreichischen Marken.

Die Sonderschau „Österreichs vergessene Automobil-Marken", die während der Retro Classics 2013 zu sehen sein wird, bringt Fahrzeuge nach Stuttgart, die über eine besondere Epoche des österreichischen Automobilbaus Zeugnis ablegen. Zum einen sind es die vielfältigen Ansätze in den Anfangszeiten des Automobilbaus, zum anderen die späteren Entwicklungen in Richtung Volksauto oder ins luxuriöse Segment wie beispielsweise bei Steyr.

Eindrucksvoll demonstriert der ehemalige k. und k. Hoflieferant Armbruster, wie er für den Steyr XX von 1929 die Karosserie des ‚5-Positions-Cabriolet' perfekt hergestellt hat. Nur drei Fahrzeuge dieser Art wurden jemals gebaut. Die Zuverlässigkeit und Robustheit machte den Wagen – als Kleinlastwagen umgebaut - auch für abenteuerliche Exkursionen bereit: Prinz Lichtenstein fuhr mit zwei dieser Fahrzeuge 1929 die 12.000 Kilometer lange Strecke durch Ostafrika von Mombasa bis nach Alexandria. Der einzige erhaltene seiner Art ist der Puch Alpenwagen Typ VIII aus dem Jahr 1913. Ein 4-Zylinder-Reihenmotor bringt den Wagen mit 38 PS auf 85 km/h Höchstgeschwindigkeit. Die Johann Puch AG aus Graz hatte das beeindruckende Gefährt gebaut, das es neben dem Cabrio in geschlossener Bauweise, aber auch als Kranken- oder Lieferwagen gab – und sogar als leichten Omnibus für acht Personen. Das ‚Steyr-Baby', von dem bis 1940 mehr als 13.000 Exemplare gebaut wurden, darf getrost als Volksauto bezeichnet werden. Schon lange, bevor der Volkswagen Käfer Fahrt aufnahm, lockte der Steyr 50/55, der von der Fachpresse als kleines Raumwunder bezeichnet wurde, mit dem Slogan: „Ich möchte von dir ein Baby – ein Steyr-Baby". Der kleine Wagen mit dem 4-Zylinder Boxermotor hatte als erster Pkw ein großes Stahlschiebedach. Mit 22 PS schaffte er es immerhin auf 90 km/h Höchstgeschwindigkeit.

Aus dem Jahr 1929 stammt der Austro Fiat 1001, der in die Geschichte als erster PKW von Austro Fiat einging. Gleich nach dem Krieg war der Bedarf an Lastwagen besonders groß gewesen, so dass sich die Firma zunächst auf die Produktion von Nutzfahrzeugen konzentriert hatte. Der Austro Fiat 1001 galt als ökonomisches Gefährt für Jedermann und war auch als Last- oder Lieferwagen erhältlich. Weitere Exponate sind ein Lehner & Dauber Elektromobil R1, Baujahr 1902, ein Steyr 120 Super Cabriolet, von dem 1200 Stück gebaut wurden. Eine Steyr 100 Limousine aus den Jahren 1934 bis 1936 mit einer Stückzahl von 2850. Dieser Wagentyp wurde als Inspektionswagen beim Bau der Großglockner Hochalpenstraße mit einer Spezialkarosserie eingesetzt. Dr. Max Reisch gelang es als Erstem, mit dem Steyr 100 Hinterindien und China zu befahren. Ein hochgeländegängiger Kleingeländelastwagen, der Steyr Puch 700 AP – Haflinger, gebaut von 1959 bis 1974, ist ebenfalls in der Sonderausstellung zu sehen - in den Farben der österreichischen Süßwarenfirma Manner („Manner Schnitten").

Die Automobil-Messe Retro Classics findet im kommenden Jahr zum 13. Mal statt. 2012 besuchten rund 65.000 Besucher die Messe in acht Hallen auf rund 100.000 Quadratmeter Fläche. Die Aussteller, Händler, Restauratoren, Traditionsabteilungen der Autohersteller sowie deren anerkannte Clubs kommen aus ganz Europa nach Stuttgart. Neben den Klassikern der Vorkriegs- und Nachkriegsgeschichte kommen auf der Retro Classics auch Liebhaber von traditionsreichen Omnibussen, legendären Lastwagen und Zugmaschinen auf ihre Kosten. Als Besonderheit zeigt die Messe die Kategorie der „Neo Classics", die Klassiker von morgen, im Programm, also concept cars und Manufakturfahrzeuge aus heutiger Produktion, die in limitierten Stückzahlen hergestellt werden. Die Retro Night als Get-together der Automobilszene, Auktionen, die Verkaufshalle sowie der internationale Teilemarkt runden das Messeangebot ab.

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