denlenfrit
HomeClassic JournalWerkstattRostschutzDer neue Lack sieht blenden aus. Alles darunter bleibt verborgen.

Thermografische Prüfmethode

Die teilweise enormen Preissteigerungen bei historischen Fahrzeugen, führen dazu, dass inzwischen auch Fahrzeuge restauriert werden, bei denen sich die Arbeit noch vor wenigen Jahren nicht gelohnt hätte. Um Kosten und Zeit zu sparen wird beschädigtes Blech oft nicht ersetzt, sondern einfach nur kunstvoll zurecht gespachtelt. Selbst durchlöcherte Bodengruppen wurden von solchen Stuckateuren bereits in scheinbar originale Form gebracht. Am Ende wird dann aus einem vermeintlichen Schnäppchen ein Restaurationsobjekt, das nur mit viel Aufwand den Segen des TÜVs bekommt.

Gutachter und einige Spezialisten können die aufgetragene Schichtdicke mit unterschiedlichen Geräten prüfen und so versteckte Schäden erkennbar machen. Die Messgeräte werden zur Prüfung auf eine ferromagnetische Oberflächen aufgesetzt. Die Änderung des magnetischen Flusses steht dann für die Dicke der Oberflächenbeschichtung (Lack. Spachtel usw.). Bei nichtmagnetischen Werkstoffen (Aluminium, GFK usw.) ist eine Prüfung mit diesen Verfahren nicht möglich. Die Firma „Classic Car Check" zeigt in ihrer Presseinformation eine gute Alternative auf, die bei nahezu allen Oberflächen einsetzbar ist.

Thermografische Prüfmethoden in der Karosserieuntersuchung
Der Begriff der Thermografie ist vor allem durch die Isolationsprüfung an Bauwerken bekannt geworden. Kennzeichnend für diese Technik ist, dass die Eigenwärme des Messobjektes gemessen wird. Neben dieser "passiven Thermografie" wurde eine Prüftechnik entwickelt, die unterschiedliche, thermische Anregungsarten nutzt und daher "aktive Thermografie" genannt wird. Dieses Prüfverfahren wird zur zerstörungsfreien Materialprüfung, vorwiegend im Bereich der Luft- und Raumfahrt eingesetzt.

Dieser Bericht beschreibt ein Prüfverfahren, das im Bereich der Karosserieuntersuchung und zur Darstellung verdeckter Unfallschäden oder Mängel, im Kfz-Bereich genutzt wird.

Von der passiven zur aktiven Thermografie
Bei der Thermografie werden Infrarotkameras eingesetzt, deren Sensorchip Wärmestrahlung aus unterschiedlichen Wellenlängenbereichen im Infrarotbereich detektiert. Automobilhersteller nutzen solche Systeme, um Komponenten zu überprüfen, die Wärme im Auto erzeugen. Dies könnten z.B beheizbare Heckscheiben, Sitze, Lenkräder sein. Auch bei der Entwicklung oder im Bereich der Wartung liefern solche passiven Systeme wertvolle Informationen über Wärmeverteilungen am Fahrzeug liefern.

Vom Messen zum Prüfen
Die in ein Prüfobjekt eingebrachte Energie, erzeugt einen Wärmefluss im Material. Dieser ist messbar. Aufgrund dieser Messwerte sind selbst Fehler im Inneren eines Werkstoffes erkennbar. Die erforderliche Wärmeenergie kann auf verschiedene Weise eingeleitet werden.
Bei der konvektiven Luftanregung wird aufgeheizte Luft pulsierend oder impulsförmig durch, oder auf das zu untersuchende Bauteil geleitet. Leistungstarke Xenonlampen setzen die benötigte Energie innerhalb weniger Millisekunden als Wärmeimpuls frei. Die Laseranregung dagegen eignet sich hervorragend zur Untersuchung großer und dickwandiger Strukturen. Das Resultat durch ständiges Abscannen des Prüflings ermittelt. Zudem kann die Ultraschallanregung werden genutzt, um ungerichteten Schall impulsartig in den Werkstoff einzukoppeln. Durch unterschiedliche Auswertealgorithmen können quantitative Aussagen über die Fehlertiefen getroffen werden.

Der Messeffekt bei allen Anregungsarten besteht darin, daß die Ausbreitung der Wärmewelle in das Material, durch Materialfehler wie z.B. Delaminationen, Risse oder Dichteunterschiede im zeitlichen Verlauf verändert wird und mit hochauflösenden Infrarotkameras detektiert wird. Im Falle der induktiven Anregung induzieren beispielsweise oberflächennahe Risse Veränderungen in der Stromdichte, die zu lokalen Temperaturänderungen an den Rissspitzen führen. Die Einbringung von Ultraschall führt wiederum zu Reibungseffekten an den Rissspitzen, die zu lokalen Temperaturerhöhungen führen.

Das Prüfverfahren ist grundsätzlich für fast alle Werkstoffe und Werkstoffverbindungen einsetzbar. Speziell für die Prüfung von Verbundwerkstoffen, wie etwa CFK und GFK, weist das Verfahren besondere Vorteile im Vergleich zu konventionellen Verfahren auf. Es arbeitet schnell und bildgebend, wodurch eine Beschädigung sehr gut dokumentiert werden kann.

Einsatz der aktiven Thermografie bei verdeckten Mängeln an Fahrzeugen
Bei der Prüfung ganzer Fahrzeug-Karosserien kann die Anregung mit Blitzlampen oder auch mit Halogenlampen erfolgen. Der apparative Aufwand mit Halogenlampen ist einfacher und kostengünstiger, wobei Einbußen in der Ergebnisqualität hinzunehmen sind.

Die Prüfung an einem optisch einwandfreien Audi A3 Sportback, aufgenommen mit der Impulstechnik, ist ein gutes Beispiel. Im Bereich der hinteren rechten Tür, zeigt sich ein lokal behobener Unfallschaden, bei dem das Füllmaterial deutlich zu sehen ist. Außerdem ist eine Nachlackierung des Hinterrades zu erkennen. Das Prüfverfahren belegt jede Veränderung des Originalzustandes, da die Werkstoffparameter oder Verarbeitungsparameter niemals dem Originalzustand entsprechen. Selbst eine robotergeführte Nachlackierung einer Austauschtür, führt zu minimal veränderter Lackdicke und Schichteigenschaften, die im Auswertebild sofort erkannt werden kann. Dies gilt im verstärkten Maße für ein von Hand nachlackiertes Ersatzteil. Füllmaterial wie Zinn, Spachtelmasse, oder auch Schweißnähte sind aufgrund der Materialcharakteristik oder Materialdicke vom Originalzustand gut zu unterscheiden. Eine Vielzahl von Testmessungen an Neufahrzeugen und Oldtimern konnte die unbeantworteten Fragen nach Originalität oder Qualitätszustand aufklären und dokumentieren.

Der Vorteil gegenüber der Prüfung mit Lackdickenstift oder Magnet liegt in der kurzen, berührungslosen Messzeit der gesamten Fahrzeugfläche und in der, mit diesem Verfahren möglichen Dokumentation des Messergebnisses.

Zurzeit entwickeln wir ein mobiles Kleingerät, mit Halogenlampenerwärmung. Mit diesem Gerät kann, in einem einzigen Messvorgang, ein großer Bereich des Fahrzeugs geprüft werden, um eine erste Kurzbewertung zu erstellen. Dieses Gerät wird bei Gutachtern zum Einsatz kommen. Mehr Informationen geben wir Ihnen gerne. "Hier" können Sie uns Ihre Fragen zusenden.

Classic Car Check berät Sie gerne hinsichtlich unterschiedlicher, thermografischer Methoden zur Materialcharakterisierung und Bauteilprüfung in Ihrem Tätigkeitsfeld.

Dienstag, 15. Dezember 2015
Jürgen Feye-Hohmann
Presseinfo: Classic Car Check
Classic Car Check
Bildergalerie:
gespachtelteter FrontbereichProblemzone Tür-UnterkantenGespachteltes HeckGespachtelte FelgeThermografische Prüfmethode
Hier erfahren Sie mehr über Classicindex und die Denke der Leute die hinter diesem Projekt stehen.
Unser Impressum
Von Luft und Liebe kann keiner leben auch wenn die Dichter das so verkündeten. Aber unsere Gebühren sind sehr klein im Anbetracht der Leistung.
Sie können uns auch mit einer Banner-Werbung unterstützen. Wie das geht erfahren Sie hier.