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fettdose_1 Oldtimer-Freunde haben angeblich das rostigste Hobby der Welt. Doch eigentlich versuchen wir nur unsere Fahrzeuge vor dem Zahn der Zeit zu schützen. Was nützt die beste Pflege oder eine Vollrestauration des Oldies, wenn er nicht umfangreich gegen Korrosion geschützt wird. Rost ist bei Stahllegierungen eine chemische Reaktion von Wasser und Luft (chemische Oxidation). Es gibt aktiven Korrosionsschutz, z.B. rostfreier Stahl (siehe De Lorean) oder passiven Rostschutz, z.B. galvanische Oberflächenbeschichtung oder Lackierung. Bei der Restauration von Oldtimern ist das Problem nicht der Schutz des sichtbaren Bereichs.

Das Problem sind Hohlräume, z.B. bei geschlossenen Rahmenprofilen, in Schwellerbereichen und bei überlappenden Blechkonturen. Hier schützt auch eine galvanische Behandlung nicht – im Gegenteil! Durch das Vorbehandeln mit Säuren wird der Oxidationsprozess im verdeckten Bereich sogar noch unterstützt. Beim Lackieren ist es ähnlich problematisch. Wir können zwar mit den bekannten Mitteln entrosten, neue Bleche einschweißen und die Oberfläche mit optimalem Lachaufbau schützen, aber nur von außen. In den Problembereichen ist uns diese Möglichkeit, im wahrsten Sinne des Wortes, verbaut.  Viele Spezialisten und viele, mehr oder weniger technisch erfahrene, Hobby-Restauratoren haben sich mit diesem Problem beschäftigt.

Sehr aussagekräftig ist der in der “Auto Bild“ (Nr. 10 vom 8. März 2002) veröffentlichte Langzeittest von insgesamt 20 verschiedenen Rostschutzmitteln. Der Test trifft unser Problem genau. Es wurden nicht einzelne Blechproben unter Laborbedingungen getestet, sondern spezielle Testkästen, mit eingeschweißten Innenprofilen und Wasserablauflöchern. Die Probanden wurden bei der Uni-Oldenburg drei Jahre lang der Außenbewitterung ausgesetzt. Im Winter wurde zusätzlich eine vierprozentige Salzlake in die Kästen gesprüht.

In dem Test hat nur ein Mittel mit “vorbildlich“ abgeschnitten, zwei Mittel waren “gut“ und die Produkte der restlichen Anbieter schnitten mit “befriedigend“ bis “ungenügend“ ab. Bekannte Mittel wie “Waxoyl“, “ Fertan“ und “Owatrol“ schnitten mit mangelhaft oder ungenügend ab.

fettdose_2.jpg Das “vorbildliche“ Mittel ( Platz1) war ein Korrosionsschutzfett der Seit über 23 Jahren setze ich das Mittel der Fa. Mönnich ein und möchte hier meine persönliche Erfahrung beschreiben. Der Bild-Test hält für dieses Mittel Nachuntersuchungen fürn empfehlenswert. Bei meinen Oldtimern erneuere ich regelmäßig (alle 2-3 Jahre) die Beschichtung im Bereich der Radkästen. Die Verbindung von Wasser und Sand, die bei Regenfahrten aufgewirbelt wird, wirkt wie ein Sandstrahlgebläse und wäscht die Oberfläche ab. Auf der restlichen Bodengruppe bildet sich eine wasserundurchlässige Schutzschicht aus Fett und Staub. Auch bei rissigem, alten Unterbodenschutz ist das Produkt einsetzbar und verhindert das Unterwandern von Feuchtigkeit Schrauben lassen sich leicht lösen! An meinem Morris Minor Cabrio bildete sich an den hinteren Kotflügeln, unter dem Keder, kleine Roststellen. Ich musste, um die Rostherde an den Befestigungsflächen beseitigen zu können, die Kotflügel abschrauben. Vor der Arbeit habe ich mich lange gedrückt, aber bedingt durch schlechtes Wetter und einen geplatzten Urlaub, habe ich dann doch noch Zeit gefunden.

Zu meiner Überraschung und Freude konnte ich alle Befestigungsschrauben leicht lösen. Nicht eine war festgerostet und das hing kausal mit der Hohlraumversiegelung zusammen.

fettdose_3.jpg Das Cabrio (Bj. 1954) habe ich 1986 in gutem Zustand gekauft und gleich bei der Fa. Mönnich versiegeln lassen (Hohlräume und Unterboden). Das Kriechfett hat gegenüber den anderen Mitteln den Vorteil, dass es nicht verklumpt oder von Kondenswasser ausgewaschen wird. Besonders im Sommer, an heißen Tagen, wird es immer wieder sehr schön dünnflüssig. Bei den versiegelten Türen kriecht es durch die Blechfalze bis auf die äußere Türhaut. Bei einem anderen versiegeltem Minor, den ich nach einem Unfall ausgeschlachtet habe, konnte ich zum Demontieren des Tanks die Blechschrauben leicht herausdrehen. Normalerweise ist hier ein Ausbohren der Schrauben üblich. Das Kriechfett hatte sich nicht nur in die Schraublöcher gesetzt, sondern auch in den Spalt zwischen Tankkante und Bodenblech. Bei meinem MGB, den ich vor über 20 Jahren besaß, wurden neben den Hohlräumen auch die Metallkeder an den hinteren Kotflügeln mit Fett bestrichen. Das Fahrzeug, jetzt in Händen eines Freundes, ist bis heute Rostfrei und immer noch in ungeschweißtem Originalzustand.

Persönliche Erfahrung

Nachteile!

Natürlich will ich nicht vergessen die Nachteile zu nennen: An heißen Tagen wird das Kriechfett sehr dünnflüssig und tropft unter Umständen aus den Abflusslöchern der Holme, Schweller und Türen. Glücklicherweise wissen Besitzer von englischen Autos wie Ölflecke vom Garagenboden beseitigt werden. Das Fett, das durch Öffnungen und Falze nach außen dringt, verbindet sich mit Staub zu einem schwarzem Film. Aber auch mit verschmierten Hosenbeinen lernt man (oder Frau) mit der Zeit umzugehen. Die Citroen-Vertretung Mönnich hatte, wegen der Rostprobleme bei französischen Autos in den 70ger Jahren diese Rostschutz-Lösung gefunden und alle Neuwagen so versiegelt. “Eine Fettdose rostet auch nicht von innen nach außen durch!“, sagte mir Herr Mönnich, als ich 1980 meinen ersten Oldtimer zu ihm brachte. Wegen der Entfernung kaufe ich mir inzwischen nur das Fett bei seinem Nachfolger Herrn Frers und versiegele meine Autos selbst. Ein Liter kostet ca. 16,61 € für Selbstabholer. Versand ist auch möglich.

Das Fett bringe ich mit verschiedenen Hilfsmitteln in die Hohlräume und sprühe es 1 : 1 mit Petroleum verdünnt auf den Unterboden. Besser ist natürlich die professionelle Versiegelung mit entsprechendem Equipment. Die Kosten für eine komplette Behandlung belaufen sich auf ca. 600 bis 800 € ( z.B. Fahrzeuggröße wie Morris Minor). Optimal ist eine Versiegelung bei entfernten Verkleidungen, damit alle Türen, A-und B-Säulen usw. flächendeckend versiegelt werden können. PS: Meine Frau meinte, ich hätte besser etwas mehr über verschmutzte Kleidung und weniger über Korrosionsschutz schreiben sollen; aber das ist eine andere Geschichte.

Soweit der Bericht im British Classic Cars Magazin. Dieser Bericht ist im „British Classic Cars“ Juni-Heft 2002 erschienen. 

Nachtrag:
Die Untersuchung von Auto-Bild und der Universität Oldenburg bestätigt das Ergebnis oben. Dem Classic-Verlag ist der Hinweis wichtig, dass der Bericht  nicht zwingend der Meinung des Verlages entspricht. Den Originalbericht der Auto-Bild finden Sie im Anhang. Das Sigafett von Fa. Mönnich sieht aus wie gelbes Staucherfett, dem etwas  dünnflüssiges Öl zugesetzt wurde. Verarbeitung mit Pinsel und Rolle unproblematisch. Sprühen ist erwärmt oder verdünnt mit Petroleum  möglich. Nachteilig ist, dass das Mittel  vor allem an warmen Tagen etwas riecht. Das kann aber auch an dem Petroleumzusatz liegen. Durch die Kriechwirkung des Mönnich- Sigafettes fließt dieses in und durch alle Ritzen. Es unterwandert lose Farbe, Spachtelmasse und alten Unterbodenschutz. Feuchtigkeit wird verdrängt!

Das Fett von Fa. Sander erinnert von der Festigkeit her an gelb-braunes Schuh-Wachs. Eindrücken mit dem Finger nur mit etwas Kraft möglich. Die Verarbeitung ist nur aufgeheizt und an warmen Tagen oder in beheizten Räumen möglich.  Sehr gut ist, dass das Sanders Fett fast geruchsfrei und lt. Sander toxisch völlig unbedenklich ist.

Nach meinen Erfahrungen ist das Sanders-Fett vor allem im Außenbereich der Gewinner. Durch seine festere Konsistenz wird es nicht so leicht durch Spritzwasser abgewaschen. Auch in den Hohlräumen verhindert es Korrosion sehr gut. Das Mönnich-Sigafett hat dafür Vorteile durch seine extremen Kriecheigenschaften. In Hohlräumen und dort wo sich Bleche überdecken (Falze, angeschraubte Kotflügel u.Ä.) und auch bei angerosteten Blechen kriecht es durch alles durch und in alles hinein und unterbricht dadurch den Korrosionsprozess. am Bots geschützt, Sie müssen Javascript aktivieren, damit Sie es sehen können  

Die beste Lösung ist nach meiner Ansicht ein abgestimmter Mix der beiden Mittel.  Und vergessen Sie Ihre Fertan - Reste, wenn Sie für längere Zeit Ruhe haben wollen. Sehen Sie dazu den Bericht von Auto-Bild unten zum downladen.

Das Verarbeitungs-Gerät:  Eine sehr gute Spühpistole mit 2 Sonden (für Hohlräume und für Feinarbeiten) sind bei Fa. Sanders zu beziehen. Verwendbar ist diese für beide Mittel.
Mehr Infos und aktuelle Preise bekommen Sie bei den angegebenen Adressen.

Weitere Details finden Sie auf der Seite von Fa. Mike Sander: www.mike.british-cars.de und bei Fa. Gerd Mönnich, Spohlerstrasse 11, Rastede-Wapeldorf, Tel: 04454-577 homepage:
http://www.citroen-haendler.de/gerd-moennich/home_p2650.html
E-Mail:  gerold.frers@t-online.de

 

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(Firma Mönnich liegt direkt an der Autobahnabfahrt, kurz vor Varel. Auf dem Wege nach Bockhorn sollten Sie nicht  vorbei fahren, sondern einen alten Farbeimer mithaben. Selbst aus der Schweiz habe ich inzwischen positives feedback zu diesem Mittel bekommen.) Das Ergebnis von Uni-Oldenburg und Auto-Bild.

Veröffentlicht mit freundlicher Genehmigung der AUTO-BILD. Auf der Auto-Bild Internetseite  ( autobild ) ist nur noch ein kurzer Überblick zu dem Bericht zu finden. Das vollständige Untersuchungsergebnis bekommen Sie nur noch hier. Auf (8mb) 8 Seiten finden Sie hier das Ergebnis der Uni-Oldenburg. Alle Prüfungen sind detailliert beschrieben und alle Mittel sind unvoreingenommen bewertet. Nach den beiden besten Mitteln (s.o.) finden Sie Waxoil an 4ter Stelle und Fertan ganz am Ende unter ungenügend. Nur Owatrol noch schlechter.

{xtypo_download} Fett-Bericht der AUTOBild herunterladen. Aber Achtung, dies ist eine 8 MB Datei.{/xtypo_download}

Motag, 16. April 2007
Jürgen Feye-Hohmann
Partex Global GmbH
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