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HomeClassic JournalWerkstattAllgemeinesSind Oldtimer Umweltsünder?

Morris-Uebersicht-160Der Brite Charles Ware hatte sich bereits auf den Morris Minor spezialisiert, als sich noch kaum jemand für Oldtimer interessierte. Der Morris Spezialist aus Bath (UK) kümmerte sich mit seinem "Morris Minor Centre" schon sehr früh um Service, Restauration und um die Ersatzteilversorgung für die britische Alternative zum VW-Käfer.

Es war ihm wichtig, dass diese liebenswerten Fahrzeuge auf der Straße bleiben. Er liebte sie und er wumwelt-lupo2ar der Meinung, dass historische Autos sogar noch umweltfreundlicher sind, als moderne Neufahrzeuge.
Bereits 1985 hat er das, in einer von ihm erstellten Werbebroschüre belegt.

Natürlich hat ein modernes Fahrzeug Vorteile. Bei der Sicherheit, beim Verbrauch, beim Komfort und bei den ausgestoßenen Emissionen.
Zum Thema Sicherheit und Komfort hatte Mr. Ware bereits damals gute Antworten angeboten. Er restaurierte die Morris Minor und modifizierte auf Kundenwunsch das Fahrwerk und  die Bremsanlage. Auch für die sehr unkomfortablen, originalen Sitze hatte er moderne Alternativen im Angebot.
BlFront suspension 160ieb die Umweltfreundlichkeit dabei auf der Strecke?
In unserer aktuellen Wegwerfgesellschaft ist es normal, dass fehlerhaftes nicht repariert wird. Selbst wenn Dinge noch funktionieren werden sie gerne gegen etwas Neues ersetzt. Neue und zusätzliche Funktionen, aber auch angeblich geringerer Verbrauch und natürlich die Umweltfreundlichkeit sind wichtige Gründe dafür.
In Bezug auf die Umweltfreundlichkeit wird gerne vergessen, dass Dinge heute nicht von Menschen sondern von Automaten produziert und montiert werden. Berücksichtigt man den dabei anfallenden Energieverbrauch in der Umweltstatistik eines Neuwagens, dann sind Oldtimer im Vergleich dazu die deutlichen Gewinner. Ihre Emissionen sind verjährt und fügen unserer Umwelt heute keinen Schaden mehr zu. Die müssen also nicht mehr berücksichtigt werden.

Das deutsche British Classic Cars Magazin hatte im Heft Nr. 6 / 2003 (*) einen Morris Minor mit einem VW-Lupo verglichen. Bis auf die Sicherheitseinrichtungen, die es in den 50ger Jahren noch nicht gab, wurde ein Gleichstand zwischen beiden Fahrzeugen festgestellt. Wäre man davon ausgegangen, dass der Lupo als Zlupo-minorweit- oder Drittwagen ähnlich selten genutzt würde, wie ein Oldtimer, dann wäre das Ergebnis noch deutlicher geworden. Dann hätte selbst die Drei-Liter-Lupo-Version in der Umweltstatistik schlechter abgeschnitten als so mancher "alter Stinker"
Die von Volkswagen bereitgestellte Informationen zum Energieverbrauch bei der Herstellung belegen das. Bis zu 70 %  (je nach Nutzung) des gesamten Energiebedarfs, den der Lupo  in seinem kurzen Leben verbrauchen würde, wären bei der Montage und bei der Produktion von Fahrzeugteilen und deren Ausgangswerkstoffen angefallen. Selbst die Drei-Liter-Lupo-Version hätte das nicht aufholen können.
EsIm-Regenwald 160 scheint also wenig sinnvoll zu sein, alte Autos durch Reglementierungen vom Verkehr auszuschließen, um dadurch die Umwelt zu retten.

Kurzfristig und in Bezug auf einzelne Fahrzeuge betrachtet ist der Oldtimer, bzw. die möglichst lange Nutzung von aktuellen Fahrzeugen, die bessere Alternative.
Auf lange Sicht ist jedoch die Reduzierung des Treibstoffverbrauchs und der Emissionen sehr wichtig.
Das Finden alternativer Antriebstechniken und Energieträger wird durch harte gesetzliche Vorgaben vorangetrieben. Dadurch entstehen Innovationen und es werden Arbeitsplätze geschaffen bzw. erhalten. Gerade im Automotive-Bereich sind sehr viele Menschen beschäftigt. Sie leben davon, dass wir unsere Autos möglichst schnell gegen neue ersetzen.
Sorgen brauchen wir uns um unsrer alten „Stinker" trotzdem nicht machen und wir werden unsere umweltfreundlichen Oldies noch einige Jahre weiter fahren dürfen, so wie bisher. Genießen Sie es!

*Dieses Heft können Sie nicht mehr nachbestellen. Den originalen Magazin-Bericht können Sie hier down laden: Lupo-Minor-Vergleich.pdf

Dienstag, 29. Juli 2014
Jürgen Feye-Hohmann
Partex Global GmbH
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