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HomeClassic JournalWerkstattBugatti - Restauration bei Arie Jean in Belgien

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Bei den 10. Classic Days hatte ein belgischer Restaurator einen nur fast fertig restaurierten Bugatti ausgestellt. Das Ergebnis seiner Arbeit hat uns beeindruckt und wir haben ihn in seiner Werkstatt in Belgien besucht. Auslöser für den Besuch waren jedoch nicht die beeindruckenden und sehr wertvollen Fahrzeuge, die er restauriert. Er kann auch Gussteile reparieren und sogar nachfertigen lassen. Zum Beispiel den Motorblock eines alten Bentleys auf einem der Fotos. Vor garnicht langer Zeit wollten gleich 2 Besitzer eines Hannomag PKWs wissen, bei wem sie Ersatz für einen gerissenen und durchgerosteten Motorblock bekommen können. Jetzt wissen wir die Antwort. Bei Arie Jean Restauration.

Wenn man einen topp restaurierten Oldtimer gekauft hat, dann kann man ihn viele Jahre ohne Probleme und Pannen nutzen. Natürlich ist der regelmäßige Service sehr wichtig und damit ist nicht nur der jährliche Ölwechsel, der Ersatz verschlissener Zündkontakte und Ähnliches gemeint.Die z.T. deutlich überholte Konstruktion und die früher verwendeten Materialien erfordern mehr Service, als wir es von modernen Fahrzeugen her kennen.

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Das was in den alten Handbüchern steht, ist unverändert wichtig. Viele Besitzer kümmern selbst um das Abschmieren, Ölwechsel und weiteren Service, der dort vorgeschrieben ist. Dennoch weisen, nach jahrelanger Nutzung, der höhere Ölverbrauch, das Klackern der Steuerkette und einiges mehr darauf hin, dass man bald etwas aufwändigere Arbeiten erforderlich werden könnten.
Bei einem MG aus den 50gern werden sich die Kosten in Grenzen halten lassen, denn fast alle Verschleißteile sind noch heute lieferbar. Wir verschieben solche Arbeiten gerne auf später, denn noch läuft er ja recht ordentlich.
Ginge es nicht um einen fast normalen MG, sondern statt dessen um einen deutlich wertvolleren Vorkriegs-Bugatti, dann würden wir natürlich ganz anders handeln. Wenn sich hier ein ähnliches Problem ankündigt, dann zögert man nicht lange. Das Fahrzeug wechselt nur seinen Stellplatz von der heimischen Garage mit der Werkstatt eines guten Spezialisten. Außerdem werden solche Fahrzeuge eher selten bewegt. Probleme wie diese treten daher eher selten auf. Bis zu dem Besuch bei dem belgischen Restaurator Arie-Jean, glaubtenwir das zumindest.
Die Firma hat sich auf die Restauration von Bugatti, Bentley, Rolls Royce und ähnliche, hochpreisige Vorkriegs-Oldtimern spezialisiert.
Auch diese Fahrzeuge werden nicht nur als Geldanlage irgendwo eingelagert. Im Gegenteil! Sehr viele werden für Ausfahrten genutzt oder nehmen auch an Rallyes und Oldtimer-Rennen teil. Beim Service beschränken sich, laut Arie Jean, auch diese Besitzer auf das Nötigste, wenn er noch gut läuft. Es fehlt oft die Zeit um sich um mehr zu kümmern.
Auch wenn die Folgen die gleichen wie bei dem MG-Beispiel sind, so liegen die Kosten von Reparatur und Restauration hier doch deutlich höher, als bei den üblichen Oldtimern. Vor allem wenn Dinge stark verschlissen sind. Ersatzteile für diese Fahrzeuge sind nicht nur teurer, sie sind oft gar nicht mehr verfügbar.
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Herr Geirnaert zeigte uns das Getriebe eines alten Wanderes. Die Wellenlager waren stark verschlissen. Durch das dadurch erhöhte Zahnspiel im Getriebe, nutzten die Zähne sehr stark ab und am Ende brach auch noch eine angegossene Lagerstelle des Getriebegehäuses. Das Gehäuse konnte gerettet werden. Die abgebrochene Wellenlagerung wurde, in einem speziellen Verfahren, wieder angeschweißt. Fast alle Zahnräder mussten jedoch neu angefertigt werden, wobei es nicht einfach gewesen sei, anhand der stark verschlissenen Zahnrädern, den ursprünglichen Neuzustand zu rekonstruieren. Originale Neuteile sind nicht mehr lieferbar. Eine frühzeitige Reparatur wäre deutlich günstiger gewesen.
Ähnliche Probleme gab es auch bei dem Nockenwellen-Antrieb eines Lagonda-Sportwagens. Zwar konnte Arie-Jean ein gebrauchtes Original-Zahnrad beschaffen. Aber auch dieses war so stark verschlissen, dass es nur als Vorlage für die Neuanfertigung geeignet war. Das bei der Restauration solcher sehr seltenen Fahrzeuge viele weitere Teile, originalgetreu nachgefertigt werden müssen, erklärt die langen Restaurationszeiten, die sich auch über mehrere Jahre Strecken können. Der Lagonda hat nach seiner Restauration erfolgreich an mehreren, internationalen Veranstaltungen teilgenommen und war nur zur turnusmäßigen Wartung in der Werkstatt. Die anderen Fahrzeuge waren in Arbeit, warteten auf ihre Restauration oder auf ein Ersatzteil.

Bei einigen Fahrzeugen sollte nach der Restauration die originale Patina erhalten bleiben. Die Restauration des Bugatti (XXX) wird sicher noch einige Zeit in Anspruch nehmen. Dieser Wagen wird, wenn er fertig ist, mindestens dem Neuzustand entsprechen. Das ist bereits jetzt erkennbar. Der Restaurator Arjen Geirnaert hat dafür mehrfach das Schlumpf-Museum in Mühlhausen besucht. Dort konnte er viele Informationen bekommen und an baugleichen Fahrzeugen Details und genaue Abmessungen übernehmen. Dadurch ist eine originalgetreue Restauration möglich.
Arie-Jean hat einen umfangreichen Maschinenpark. Durch langjährige Erfahrungen bei Vorkriegsfahrzeugen und durch die Zusammenarbeit mit anderen Spezialisten werden sehr authentische Restaurationen ermöglicht.

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Selbst die Neuanfertigung von Gußteilen ist möglich. Das gilt auch für seltene, nicht mehr lieferbare Motorblöcke von Vorkriegsoldtimern! Das Gehäuse des Wanderer-Getriebes hätte man, wenn eine Reparatur nicht möglich gewesen wäre, ebenfalls neu giessen lassen. In ähnlichen Fällen hat Arie-Jean schon mehrfach helfen können.
Die Firma Arie-Jean Restoration ist eine gute Adresse. Besonders gut gefallen hat uns, dass wir auf eine ganz normale Werkstatt, mit ganz normalen, freundlichen Mitarbeitern, gestoßen sind, die an scheinbar ganz normalen alten Fahrzeugen arbeiten.

Weitere Fachleute für Karosseriebau, Interieur und Motorenbau findet man bei CI.eu in der Kategorie "Spezialisten".

(XXX) Hier einige Details zu dem abgebildeten Bugatti
          lt. Bugatti register .com

Type 46 Cabriolet body by Figoni, then body Trans-Sahara by Combe, now Type 46 Cabriolet body by FigoniChassis nr.: 46331Engine n°: 199Year: 1930 (agent: Mondan & Wilson, Paris (F)Licence plate: 1770-WW5 (F) in 1930, 6483-RE2 (F) in 1930, 4053 DR 75 (F) in 1955, 76 CYY 75 (F) in 1980, SV 6684 (GB), TLB-285 (B) in 2011, 1-AYX-704 (B),Owner: Philippe Thiry (B) since 2011Former owners: Georges Combe (F) 1930, Gilbert de Dietrich (F), Michel Seydoux (F), Lord Raglan Fitzroy (UK) 1996

 

Dienstag, 15. Dezember 2015
Jürgen Feye-Hohmann
Partex Global GmbH
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