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Wenn man überhaupt nicht weiß, womit man einem Oldtimer-Enthusiasten erfreuen könnte, dann fällt Einigen nichts Besseres ein, als ein Buch zu schenken. Ein Bilderbuch mit allen alten Autos dieser Welt?! Eine gute Idee ist es in der Regel nicht, denn meist stehen diese Werke, nach kurzem Durchblättern, nebeneinander im Regal und werden nie wieder gesehen.

Der deutsche Morgan-Club hat jetzt allen Mitgliedern ein Morgan-Buch geschenkt. Es ist eine sehr detaillierte Beschreibung über die Entstehung eines Morgan.

Was'n Blödsinn. Natürlich weiß jeder Morgan - Besitzer wo und wie sein Auto hergestellt wird. Und Sie wissen alle, dass sie kein normales Auto gekauft haben. Das hat man spätestens beim Lesen, des zum Wagen gehörenden Fahrerhandbuches, erfahren. Dort steht zum Beispiel, dass der nagelneue Wagen regelmäßig abgeschmiert werden muss!
Das ist wichtig, das muss man bei diesem Auto wissen und man sollte es unbedingt beachten.
Die Vorderachs-Konstruktion, die Morgan 1939 entwickelt hat, wird auch heute noch, nahezu unverändert, verwendet. (1936 wurde der erste 4/4 gebaut, dessen Vorderachskonstruktion weitgehend vom Threewheeler übernommen wurde). Damals wie heute sind dort Schmiernippel, die sehr viel Zuwendung benötigen. Hinten ist genauso wie früher eine Starrachse und oben drauf kommt eine Karosserie, aus einem Aluminium beplankten Eschenholz-Rahmen. Nur Motor und Getriebe sind modern und werden aus dem Programm anderer Fahrzeughersteller entnommen. Das wissen wir alles, das ist nicht neu.

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Und doch ist die Beschreibung in dem Buch anders. Selbst die, die alles über ihren Morgen wissen, finden auf einmal Zeit es zu lesen.

Die Morgan-Besitzer Dagmar und Andreas Hensing durften 4 Wochen lang, im Morgan-Werk in Malvern Link beobachten, wie ein Morgan Plus 4 entsteht. Und sie haben jeden noch so kleinen Schritt beschrieben und mit Fotos dokumentiert. Sie haben zugesehen, wie das Eschenholz zugesägt, verleimt und in Form gebracht wurde. Sie haben fotografiert mit wieviel Liebe und handwerklichem Geschick die Werker Holz und Metall von Hand in die richtige Form bringen. Selbst wenn man zu wissen glaubte, wie diese liebenswert anderen Fahrzeuge hier in England produziert werden, war man überrascht und beeindruckt zugleich.

Nein, die Briten leben nicht hinter dem Mond. Auch bei Morgan hat man modere Techniken in den Fertigungsprozess einfließen lassen. Da, wo es sinnvoll ist kommen, - wenn auch sehr zurückhaltend -, moderne Betriebsmittel zum Einsatz. Gleichzeitig werden an anderer Stelle aber unverändert Fertigungsverfahren und Hilfsmittel eingesetzt, wie sie schon vor 100 Jahren üblich waren. So werden zum Beispiel die hinteren, inneren Kotflügel nicht aus Blech geformt, sondern aus Holz gefertigt. Die Vorrichtung, mit der sie gebogen und verleimt werden, ist vermutlich älter, als die meisten Mitarbeiter im Werk. Auch viele Blechteile werden noch wie früher von Hand verformt und mit einer Blechschere von Hand solange nachgeschnitten, bis sie passen.
Das die Mitarbeiter mit Freude am Herstellprozess teilnehmen, auch das wird in dem Buch deutlich. Man arbeitet ganz offensichtlich sehr gerne bei Morgan.

Holzbiegeform
Intrieur
Hochzeit
Wings
Wood Work

Dagmar und Andrea Hensing haben das alles beeindruckend interessant, fast spannend, beschrieben. Selbst die, die schon alles wussten, wissen nach dem Buch deutlich mehr. Vor allem bekommt man ein Gefühl dafür, was da in Malvern Link passiert.

Auch wenn ein aktueller Morgan kein altes Auto ist, so ist das hier ein Buch, das jeden Oldtimer-Enthusiasten erfreuen dürfte.
Unsere Meinung: Sehr zu empfehlen, schon fast ein must have.

Rahmen
Italien 2014
Paintshop
Intrieur
Nacharbeiten


PS: Der Plus 4 aus dem Buch wurde anschließend in die Schweiz ausgeliefert.

Das Making of des Making of
Sehen Sie auch den Bericht über die Entstehung dieses Buches und die Hintergründe auf der Homepage des Autors.

Das Morgan-Buch:
„Morgan – Das Making-of“, Klassikerproduktion hautnah – Vom Bau einer Sportwagenlegende HEEL Verlag, Königswinter 2015, ISBN: 978-1-845848-73-6

The English edition:
„Making a Morgan”, 17 days of craftsmanship: step-by-step from specification sheet to finished car, Veloce Publishing, Poundbury, Dorchester 2015, ISBN: 978-1-845848-73-6

Beide Bücher kann man direkt beim Hanseatischem Buch-Verlag beziehen.

Freitag, 19. Februar 2016
Jürgen Feye-Hohmann
Alle Fotos Dagmar und Andreas Hesing
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