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Lins Minor

Original oder modifiziert, was ist für Classic Cars noch akzeptabel?

Der Morris Minor muss hier als Beispiel herhalten, weil wir dazu besonders viele Informationen und Fotos haben. Auch möchte ich erwähnen, dass ich zunächst strikt gegen alle vom Original abweichende Veränderungen bei unseren Oldtimern war.
Molly ist unser Morris Minor Cabrio von 1953. Wir haben sie schon seit sehr vielen Jahren. Alles ist so original wie möglich. Selbst den etwas moderneren und sehr praktischen Lenkrad-Schalter für die Fahrrichtungsanzeige, habe ich wieder entfernt. Das Original ist jetzt wieder an den unhandlichen Platz, unter dem Armaturenbrett. Da gehört er hin!

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Im Juni 1998 waren wir mit Molly beim 50. Morris-Geburtstag in Blenheim Palace. Unter den 4000 Morris Minor war auch der KFZ-Meister Bodo Lins mit einem unanständig heftig getunten Minor. Die tollste Ehefrau der Welt hatte dessen Rennsemmel bei unserer Anfahrt gesehen und gesagt „Genau so etwas will ich haben". Natürlich habe ich das nicht unterstützt. Aber auch ohne meine Hilfe hatte sie Lins und sein Auto, unter den vielen Teilnehmern gefunden. Gleich dort hatte sich bei ihm ihren Morris-Umbau bestellt. (Bericht dazu im „British Classic Cars Magazin" Heft Nr. 6/2002). Sehen Sie hier "Teil 1" und "Teil 2".
Es dauerte lange bis sie ihn endlich hatte. Es dauerte überhaupt nicht lange, bis ich erkannte, dass auch ein solcher Umbau schön ist und vor allem, dass er richtig lustig sein kann. 120 PS bei 800 kg und einem deutlich überarbeiteten Fahrwerk und natürlich mit angepasster Bremsanlage, dass macht wirklich sehr viel Spaß.
Meine Frau brauchte Ihren „Lins Minor" ständig, gab ihn nicht her. Daraufhin bestellte ich mir meinen eigenen Lins-Umbau. Ordenliche Arbeit dauer lange, Mann braucht viel Geduld!
Einfach nur Restaurieren und Service an historischen Fahrzeugen, das ist Bodo Lins zu wenig. Seit vielen Jahren tüftelt er an alternativen Lösungen, um dem Minor noch mehr Leistung zu geben und gleichzeitig Fahrwerk und Bremsanlage diesem Leistungs-Plus anzupassen. Alle Veränderungen werden mit dem TÜV abgestimmt und von diesem natürlich genau überprüft.
Wir von CI.eu bekommen ständig Informationen zu interessanten Projekten und zu ganz besonderen Spezialisten. Soweit es möglich ist, besuchen wir diese Firmen und Werkstätten, um uns einen eigenen Eindruck zu verschaffen. Erzählen kann man schliesslich viel! Ist es gut, dann geben wir es gerne weiter.
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Bei der Firma Lins wurden bereits mehrere Morris Umbauten angefertigt. Seit 1998 hat Lins seine Konstruktion deutlich weiter entwickelt und verbessert. In dem Bericht „Veronika, der Lins ist da......." sehen Sie einen ersten Zwischenstand. Das neue Fahrwerk wurde unauffällig, in das originale Fahrzeug integriert. Wenn es gewünscht wird, ist nichts von der Modifikation erkennbar. Der damals verbaute 2000cc Fiat-Abarth-Motor leistet aber auch schon deutlich über 100 PS. Das Gewinde-Fahrwerk mit Doppel-Querlenker- Einzelradaufhängung, ist trotz der beachlichen Motorleistung, kein bisschen überfordert.
Auf der Suche nach ausreichender Leistung hat Lins mit Motoren von Fiat, Opel usw. experimentiert. Jetzt hat er mit einem Kompressor-unterstützten Ford Zetec - Motor das Richtige gefunden. Die 268 PS (bei immer noch  ca. 800 kg Eigengewicht) reichen ihm aber noch nicht ganz. Mit einem besser geeigneten Kompressor hofft er noch auf über 300 PS zu kommen. Und das Fahrwerk? Kein Problem! Die verbaute Technik hat mit dem historischen Original sehr wenig Ähnlichkeiten. Vergleichbares findet man nur bei reinen Rennfahrzeugen. Für die Skeptiker sei noch gesagt, dass die Fahrwerksteile von Firmen hergestellt und geprüft werden, die vor allem für die Flugzeug- und Automobil-Industrie arbeiten. Selbstverständlich ist auch der komplette Umbau mit Prüfingenieuren einer technischen Prüfstelle abgestimmt. Mit Basteln darf so etwas nichts zu tun haben.

Und wie fährt sich das.
Der Beifahrer-Sitz schien mir, ohne Erfahrung mit einer solchen Rakete, hier die bessere Wahl zu sein. Aber schon das war beeindruckend. Die Probefahrt ging gleich vom Start weg eine deutliche Steigung hinauf und ich wurde trotzdem mit großer Kraft in den Sitz gepresst. Mindestens genauso beeindruckend sind die Geräusche des Wagens. Quietschende Reifen beim Anfahren oder in den Kurven gab es nicht. Das laute Pfeifen des Kompressors und die Auspuffgeräusche erinnern mehr an Rennfahrzeuge als an das kleine, unbedeutende Mäuschen. Ein Gespräch war fast nicht möglich. Aber selbst wenn, viel zu Reden gab es auch nicht. Man hatte schon so genug zu tun, um die Eindrücke, von diesem Ausritt, zu realisieren und zu verarbeiten.

Besser als das Original?
Keine Frage, ein solches Fahrzeug ist sicher nicht für jeden Morris / Oldtimer-Fan geeignet. Warum auch. Nach wie vor, bereitet ein absolut originales Fahrzeug sehr viel Freude. Auf der anderer Seite sind viele der von Lins entwickelten Veränderungen geeignet, um einen ganz normalen Oldtimer deutlich sicherer zu machen. Das, waren auch für uns die Hauptgründe für der Erwerb dieser Umbauten.

Freitag, 25. November 2016
Jürgen Feye-Hohmann
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