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MotorWould

Wir haben die 2. Berliner Oldtimer-Messe als Anlass für einen Haupstadt-Besuch genommen. Das Berlin eine Reise wert ist, das ist bekannt und es trifft auch für diese Messe zu. Die Motorwould Classics wurde jetzt zum 2. Mal in den historischen Messehallen unterm Berliner Funkturm veranstaltet.
Die Berliner selbst sind anders als Norddeutsche. Allein die Frage „Wie komme ich am besten zur Messe“ wurde an der Rezeption sehr detaillierte beantwortet. Das Auto lässt man stehen! Nutzt die S-Bahn. Die Station ist schräg gegenüber vom Hotel, links die Treppe hoch. Ticket aus dem Automaten. 1,70 € für die Kurzstrecke reicht, usw. Das ist etwas ungewohnt, wenn man aus einer Gegend Deutschlands stammt, wo Fragen nach der Uhrzeit oder dem Weg, schon mal mit einem kurzen „Joo“ oder „Nöe“ beantwortet werden.

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In Berlin muss man nicht nachfragen. Auch auf der Messe hat man uns, zumindest bei den berlinernden Ausstellern, alles in vollem Umfang und „en dé­tail“ erklärt. Und das war auch gut so.*
Ein BMW-Motorrad, mit einem etwas anderen Motor, fand ich interessant. Statt des bekannten Boxers war ein König-Bootsmotor implantiert. König war ein Berliner Boots-Motoren Spezialist. Seine Motoren wurden auch in Rennmotorrädern eingesetzt und haben dort, wie bei den Rennbooten auch, mehrere Weltmeisterschaften gewonnen. War wirklich sehr spannend.
Natürlich gibt es auch ruhigere Berliner.
Über Uwe Graf, vom GRAF BODY Shop, haben wir bereits berichtet. Er legt lieber selber Hand als viel zu erklären. Getroffen haben wir ihn auf dem Stand der MOTORWORLD Manufaktur Berlin. Vor kurzem ist er umgezogen und gehört jetzt zu den ersten Mietern in dem gerade erst entstehendem „Schrauberdorf“.
Händler und auch Vereine hatten teilweise ganz besondere Fahrzeuge bereitgestellt. Sehr schöne und auch sehr seltene Fahrzeuge waren darunter. Die Firma CromeCars zeigte z.B. einen sehr ungewöhnlichen GM - Bus von 1939 auf ihrem Stand.
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Ganz besondere Fahrzeuge konnte man auch auf den Ständen der Automobilhersteller, bzw. deren Fachhändlern bewundern. Die BMW Group Classic zeigte zum Beispiel einen zugelassenen, orangenen BMW „2002 TII“ in Bestzustand. Und warum hatte er kein H-Kennzeichen? Das Fahrzeug ist aus einer originalen Rohkarosse von 1966, mit zum deutlich überwiegenden Teil originalen Old-Stock-Ersatzteilen, ganz neu aufgebaut worden. Ein H-Kennzeichen ist unter den Umständen lt. BMW nicht möglich. Interessant dürfte in dem Zusammenhang der Hinweis sein, dass BMW mit Ersatzteilen aus altem Bestand helfen kann. Glänzend sah auch der von BMW gezeigte, vollverchromte Classic Mini von David Bowie, aus. Bei Porsche - Potsdam, Ferrari Eberlein und Mercedes Classic Oldenburg und bei vielen Oldtimer-Händlern, konnte man ebenfalls beeindruckende Fahrzeuge sehen. Sehr selten ist zum Beispiel das graue TR4-Coupe, das in der Halle 18 ausgestellt war. Der „neue“ 1985er VW-Käfer, mit nur 26 km auf der Uhr, ist auch etwas ganz Besonderes und war am Sonnabend bereits verkauft. Ob, nach 31 Jahren Stillstand, noch alles gut und fahrbereit geblieben ist, dass muss sich noch zeigen.
Oldtimer-Auktion:
Am Sonnabend wurden von einem Berliner-Online-Auktionshaus mehrere Oldtimer versteigert. Der auf der Messe ausgestellte Ferrari 512 BB erreichte zwar einen Traum-Preis. Das festgelegte Limit erreichte er jedoch nicht. Das Interesse des Puplikums war natürlich groß. Als weitere Fahrzeuge, wie ein 1971er Rolls Royce Cabriolet und ein Alfa Romeo Montreal Baujahr 1972  im Livestream versteigert wurden, konnten die Besucher sogar mitbieten.
Goodies & Outfit:
Nationale und internationale Automobilhersteller, Top-Händler, Technik-Spezialisten für Rostschutz, Pflegeprodukte für Patina-Retter und Restauration, das war alles in Berlin vertreten und konnte mit Rat und Tat helfen. Sehr viele Zubehör & Ersatzteil-Händler machten auf ihre Produktpalette aufmerksam. Schöne Dinge, wie Modell-Autos und Ähnliches findet man auf jeder Messe. Besonders starkes Interesse weckte hingegen der historisch gestaltete Stand eines Schuhputzers oder gleich daneben der Friseur, der seinen mutigen Kunden / Kundinnen eine todschicke Frisur, nach alten Volbildern, auf den Kopf zauberte. Diese Akteure und viele Besucher hatten sich im Stil der 50ger Jahre gekleidet. Wem noch das eine oder andere Stück zum perfekten Outfit fehlte, der konnte es bei den vielen Anbietern historischer Bekleidung bekommen. Ein Museum zeigte sogar eine beachtliche Sammlung von Möbeln und Einrichtungsgegenständen aus den 1950er Jahren. Nierentische, Tulpenlampen, Cocktailsessel und vieles mehr. Man konnte diese Dinge teilweise sogar kaufen.
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Die Wand- und Tischlampen, die ein anderer Anbieter aus Motorenteilen angefertigt hatte, sind zwar nicht historisch, haben aber nicht nur uns sehr gefallen. Sie sind praktisch und tolles Leuchtwerk zugleich, mit dem der Schreibtisch verschönert oder auch eine Ausstellungsfläche, z.B. an der Wand, ausgeleuchtet werden könnte.
Die Museums-Stände des PS-Speichers und auch der Stand vom Horch-Museum konnten nur einen sehr kleinen Eindruck von dem vermitteln, was dort zu sehen ist. Sehen Sie z.B. den Bericht über eine "Sonderausstellung" im PS-Speicher, der ein wenig beim Verstehen hilft. Nur bei einem Besuch im Speicher erkennt man, dass selbst ein detaillierter Bericht nur einen kleinen Überblick geben kann.
*Das Berliner Original Kutte Klein kennt alle und jeden. Der hatte natürlich besonders viel zu erzählen. Trotzdem ist es Gerhard Slotta von RADIO OLDTIMER gelungen, das sehr lange Vorgespräch in einem 5 Minuten Interview zusammen zu fassen. In "Kürze" geht es online. Hören Sie rein, es ist sehr interessant.
In jedem Fall hat sich der Besuch in Berlin und auf der Messe gelohnt.
Eine tolle Stadt, tolle Leute, gerne nächstes Jahr wieder.

Sonntag, 09. Oktober 2016
Jürgen Feye-Hohmann
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