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HomeClassic JournalAus der SzeneItalienische SzeneMamma mia! – was für ein Road-Trip

Toskana–Umbrien–Marken Cabrio-Tour

Wenn der alte, fahrbare Untersatz zum Hobby wird, dann trifft man sich mit Gleichgesinnten. Teilnahme an Clubtreffen, Besuch von Veranstaltungen, gemeinsame Ausfahrten und vieles mehr gehören dazu. Das ist auch für uns so und natürlich berichten wir über das Erlebte. Dieses Jahr haben wir an einer Oldtimer-Genussreise durch die Toskana teilgenommen.
Und wir hatten ein Problem!
Fast alle Teilnehmer sind, wegen Dauerregen, Schnee und Hagel im April, ohne ihr altes Auto angereist. Wie sollte daraus ein Oldtimer-Bericht werden?
Wir baten Inge Jucker, Reise-Expertin beim Genuss- und Reiseportal Travel-Experience.ch um Hilfe. Ihr Fokus liegt nicht bei alten Autos sondern bei "lecker Essen" und "fantastisch Reisen". In Ihrem, hier ist stark gekürzt Bericht, beschreibt sie wie sie unsere „Toskana–Umbrien–Marken Cabrio-Tour" erlebt hat.

Mamma mia! – was für ein Road-Trip durch zauberhafte Landschaften, Weinberge und idyllische Dörfchen! Kommt mit!

TAG 1 – CHIUSI, SARTEANO

Wir sind schon sehr früh in der Schweiz gestartet, um pünktlich in Chiusi, dem Startort unserer Reise einzutreffen. In warmem Rot leuchtet uns die Villa Il Patriarca durch die Bäume entgegen, und ihr Inneres ist genau so, wie man sich einen italienischen Palazzo vorstellt: Alles ist sehr edel und klassisch, aber auch etwas altertümlich eingerichtet. Doch das passt hervorragend zu dieser Oldtimer-Reise, an der wir mit unserem kleinen Cabrio teilnehmen. Ingrid Hofmeister, Inhaberin von Umbria-Mia, organisiert genussvolle Oldtimer- und Cabrio-Reisen und begleitet sie auch mit ihrem historischen Porsche 944.

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Beim Apéro lernen wir zunächst unsere Mitfahrenden kennen: ein Italien-Fan sowie ein Paar aus Deutschland und eines aus Österreich, alles Wiederholungstäter. Nach dem ersten Beschnuppern machen wir uns auf den Weg zum Anwesen Fonte Pico, das der Modedesignerin Rosanna Lucarelli gehört. Der gepflegt wilde Garten ist schlicht ein Traum! Ihr Bauernhof aus dem 18. Jahrhundert, wurde liebevoll renoviert. Alles ist sehr harmonisch und gemütlich eingerichtet. Hier sollte man etwas längere Romantikferien verbringen...

Weiter geht es zum Agritourismus-Hotel La Sovana, wo uns der Weingutbesitzer Giuseppe Olivi und sein Sohn Riccardo ihre toskanischen Weine vorstellen und wo uns anschliessend Giovanella zum Abendessen hervorragend bekocht.
Also wenn das so weitergeht, kommen wir kugelrund nach Hause ;-)

TAG 2 – CASTELLO DI RESCHIO, MUGNANO

Die Bezeichnung Castello ist etwas trügerisch. Bei Reschio handelt es sich eher um ein Refugium mit mehreren Häusern. Eines ist tatsächlich ein Kastell, ein anderes jedoch eine ehemalige Tabakfabrik, der Rest kleinere und größere Landhäuser. Wir dürfen eines der Häuser besichtigen…. und können uns vorstellen, wie traumhaft das Leben hier im Grenzgebiet Toskana-Umbrien sein muss....

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Wir fahren weiter nach Mugnano, das schon zu Umbrien gehört. Den Ausdruck «malerisch» mag man eigentlich nicht mehr lesen, aber hier passt er: In der «Stadt der bemalten Mauern» befindet sich eine Art Dauerausstellung von über 40 Fresken und Wandgemälden, die von italienischen und ausländischen Künstlern an Hauswände gemalt wurden.

TAG 3 – MONTE VIBIANO VECCHIO, CASTELLO MONTICELLI, TEATRO PICCOLO

Ein herrlicher Morgen begrüßt uns, die Sonne lacht, aber es ist für Umbrien ungewöhnlich kalt! Doch das schmälert das Erlebnis auf dem Weingut Monte Vibiano Vecchio überhaupt nicht. Wir düsen mit Elektrowägelchen à la Golfcarts in die Weinberge. Ein großes Vergnügen für die Fahrer – wer auf der rückwärtigen Bank sitzt muss aufpassen, dass er nicht abgeworfen wird, wenn es über Stock und Stein geht. Aber Spaß macht es auf jeden Fall.

Zum Aufwärmen geht es in den Weinkeller, wo es tatsächlich wärmer ist, als draußen! Nach dieser Besichtigung ist das Hauptvergnügen angesagt: Weindegustation. Am Ende kauften wir nur Olivenöl, das mindestens genauso lecker wie der Wein ist.
Wir reisen weiter zum Castello Monticello zwischen Perugia und dem Lago Trasimeno. Die alten Mauern könnten eine über tausendjährige Geschichte erzählen – Besitzerin Ellen Krauser fasst sie für uns zusammen und nimmt uns auf eine Tour durchs Kastell mit. Am liebsten würden wir noch lange in diesem alten Gemäuer bleiben und Ellen zuhören, aber es wartet noch das kleinste Theater der Welt Monte Castello di Vibio auf uns. Es hat 99 Plätze und alles sieht wirklich sehr mini aus. Eduardo Brenci, der Manager des Theaters, führt uns auch noch durch den kleinen Ort und hinauf auf den Torre di Porta di Maggio, von dem man eine grandiose Aussicht hat.

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Vom langen Tag doch etwas müde, genießen wir gleich in der Nähe unseres Hotels das Abendessen bei Pino, in seiner außergewöhnlichen Wein- und Pasta-Bar. Für Liebhaber von Oldtimern ist es hier besonders interessant, denn das Lokal ist mit einem Old- und Youngtimer-Handel verknüpft...

TAG 4 – ROCCA RIPASENA

Heute verlassen wir unsere Villa Il Patriarca. Wir machen uns auf den Weg, durch die wunderschöne, hügelige Landschaft Umbriens in Richtung Orvieto. Im Weingut-Hotel Locanda Palazzone angekommen, beginnt das große Staunen. Stolz und wuchtig steht der alte Palazzo auf einem Hügel, umgeben von Weinbergen. Man hat das Gefühl, dass diese dicken Mauern durch nichts zu erschüttern sind. Heute sind die sieben Suiten, des innen komplett erneuerten Boutique-Hotels, im minimalistisch skandinavischen Stil eingerichtet. Die modernen Materialen und Formen passen wunderbar in dieses alte Gemäuer. Nach der Besichtigung der Kellerei trifft sich das Reisegrüppchen vor dem großen alten Kamin zum Aperitif, um dann gemütlich in ein wahres Gourmet-Abendessen überzugehen. Herrliche sechs Gänge aus regionalen Produkten, begleitet von den passenden Palazzone-Weinen... Was will man mehr?!

TAG 5 – NORCIA, ASCOLI PICENO, RIPATRANSONE

Heute geht die Fahrt ostwärts bis fast ans Meer. Wir machen in der Trüffel- und Wildschwein-Stadt Norcia unseren ersten Halt. Es regnet Bindfäden, aber das hält uns nicht davon ab, wenigstens einen kurzen Rundgang durch die Stadt zu machen. Wir entdecken jede Menge Wildschweine, aber leider nicht lebendig, sondern ausgestopft an den Geschäftsfassaden oder in Salamiform, idealerweise mit Trüffel gewürzt. Jetzt verlassen wir Umbrien und fahren in die Marken nach Ascoli Piceno, der Stadt der 100 Türme. Durch verwinkelte Gassen unternehmen wir einen Spaziergang durch die antike Stadt. Einige Gebäude gehen auf die Römer zurück. Die letzte Tagesetappe führt uns in die Nähe von Ripatransone, ins romantische Bio-Landhaushotel Relais del Colle. Die Begrüßung auf vier Hundepfoten fällt stürmisch aus –

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Haushund Fox benimmt sich so, als wären wir alte Freunde. Und unsere Gastgeber Claudia und Luciano heißen uns mit einem Glas Sekt willkommen. Ihr Landhaus hat sechs Gästezimmer, die alle unterschiedlich und sehr gemütlich eingerichtet sind. Unser Zimmer verfügt sogar über eine kleine Terrasse. Bevor wir zufrieden ins Bett fallen ist natürlich noch Abendessen angesagt. Claudia wirkt in der Küche und Luciano tischt auf. Etwa acht verschiedene Kleinigkeiten (Tomaten mit Mozarella, kleine Pizze, Schinken...) werden zum Aperitif gereicht, dann geht es in vier Gängen weiter mit Kräuter-Ricotta, Käsekuchen mit Rohschinken, Braten mit Kartoffeln und zum Dessert ein Tiramisu à la Claudia. Die Frau beherrscht das Kochen, daran gibt es nichts zu rütteln.

TAG 6 – AMANDOLA, SARNANO, WEINGUT POLLENZA

Heute führt uns Moreno Moretti von Le Marche Holiday durch seine Heimat. Amandola heißt unser erstes Ziel. Die Ortschaft hat gerade mal 3700 Einwohner und wirkt etwas verschlafen, aber die vielen Backsteinhäuser sind eine Augenweide. Das Gran Caffè Belli ist auf jeden Fall einen Besuch wert, zählt es hier doch zu den besten Cafés samt Konditorei.
Auf dem Weg zum Weingut Il Pollenza fällt uns in Sarnano ein historischer Rennwagen auf. Wir stoppen und zücken unsere Kameras. Was für ein schöner Fiat, der da gerade ausgeladen wird! Unversehens sind wir in die Vorbereitungen zum Bergrennen Sarnano–Sassotetto geraten – natürlich sehr zur Freude unserer Oldtimer-Fans. Aber dann geht es weiter zur nächsten Weinkellerbesichtigung. Der unterirdische Keller ist riesig, aber nicht alle konnten sich mit den Weinen anfreunden. Nun ja, das kann´s geben.

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Il Patriarca Carpaccio

TAG 7 – RIMINI, MODENA

Ab jetzt geht es nur noch nordwärts. Via Rimini fahren wir nach Modena in der Emilia-Romagna. Dort wartet bei Bio-Hombre ein spezieller Leckerbissen auf uns: die Produktionsstätte des berühmten Parmigiano Reggiano und die Maserati-Sammlung von Umberto Panini. Nach der Museumsbesichtigung gibt es noch eine Parmigiano-Verkostung und ein weiteres Souvenir wandert in unseren Kofferraum.

Unser letztes Hotel befindet sich am südlichen Stadtrand von Modena. Und es heißt so, wie es aussieht: Castello. Die renovierten Zimmer im Nebengebäude sind großzügig und angenehm. Wie alle besuchten Hotels hat auch das Castello einen gut gesicherten Parkplatz, was Oldtimer-Besitzer zu schätzen wissen. Schließlich will man seinen wertvollen Wagen nicht an einem öffentlichen Straßenrand parkieren. Das letzte gemeinsame Abendessen genießen wir in der Trattoria l Antica Grama, wo das Essen hervorragend ist.

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TAG 8 – BYE BYE

Wir sagen Tschüss, macht´s gut, sichere Heimfahrt und auf ein andermal!

Motag, 13. Juni 2016
Jürgen Feye-Hohmann
Inge Jucker
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