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Motorsport-Geschichte
  • 11. bis 14. Juni 1895: Paris–Bordeaux–Paris ist das erste Automobilrennen der Welt auf Zeit – Fahrzeuge mit Daimler-Motoren gewinnen
  • 31. Mai 1915: Ralph DePalma siegt auf Mercedes Grand-Prix-Rennwagen bei den 500 Meilen von Indianapolis
  • Erfolgreich seit 2010: zehn Jahre Kundensport von Mercedes-AMG Motorsport

Stuttgart. Nach dem großen Jubiläum „125 Jahre Motorsport von Mercedes-Benz“ 2019 erinnert die Marke in diesem Jahr an weitere starke Momente ihrer einzigartigen Rennsportgeschichte. Zu den Höhepunkten gehören vor 125 Jahren das erste Automobilrennen auf Zeit in Frankreich, vor 105 Jahren der Sieg von Ralph DePalma bei den 500 Meilen von Indianapolis auf Mercedes und vor zehn Jahren der Start des höchst erfolgreichen Kundensportprogramms mit der Präsentation des Mercedes-Benz SLS AMG GT3.

Vor 125 Jahren: Sieg bei Paris–Bordeaux–Paris
Mit einem Triumph für Fahrzeuge mit Daimler-Motor endet das erste Automobilrennen im modernen Sinn mit einer Wertung ausschließlich nach Fahrzeit. Vor 125 Jahren starten am 11. Juni 1895 insgesamt 19 Automobile und zwei Krafträder. Über die Reihenfolge hat das Los entschieden. Nach der Präsentation am Arc de Triomphe de l’Étoile in Paris fährt das Feld nach Versailles, wo die Zeitnahme beginnt und die Teilnehmer ab 12 Uhr im Abstand von zwei Minuten ins Rennen geschickt werden. Strapaziöse 1.175 Kilometer misst die Rennstrecke nach Bordeaux und zurück zur Porte Maillot in Paris. Die Tageszeitung „Le Petit Journal“, die ein Jahr zuvor den als Zuverlässigkeitsfahrt von Paris nach Rouen durchgeführten ersten Automobil-Wettbewerb überhaupt veranstaltet hat, begleitet das Rennen mit täglichen Berichten.
Als erster Fahrer geht am 13. Juni 1895 Émile Levassor durchs Ziel. Doch sein Panhard & Levassor mit einem Motor „Système Daimler“ hat zwei Sitze – und das Reglement schreibt unter anderem vier Sitze vor. Levassor, geht allerdings nicht leer aus: Für seine großartige Leistung erhält er den zweiten Preis. Er hat die Strecke in 48 Stunden und 42 Minuten überwunden und erreicht eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 24,1 km/h. Damit ist er rund fünfeinhalb Stunden schneller im Ziel als Louis Rigoulot mit der Startnummer 15 (Start in Versailles am 11. Juni um 12:05 Uhr, Ankunft in Paris am 13. Juni um 18:37 Uhr). Doch auch dessen Fahrzeug hat nur zwei Sitze und wird somit in der Wertung herunterstuft.
Zum Sieger des Rennens wird Paul Koechlin (Startnummer 16) erklärt, der nach 59 Stunden und 48 Minuten um 0:02 Uhr am 14. Juni als drittschnellster Fahrer in Paris ankommt. Er ist rund zweieinhalb Tage zuvor um 12:14 Uhr gestartet. Sein Preisgeld: 35.000 Franc. Auch Koechlins Peugeot wird von einem Motor nach Daimler-Lizenz angetrieben. So erinnert der erfolgreiche Verlauf dieses Rennens an den grandiosen Erfolg der Daimler-Technik ein Jahr zuvor bei der Wettfahrt Paris–Rouen.
Insgesamt ist die Bilanz für die Motorentechnik deutscher Hersteller im Juni 1895 sehr positiv: Unter den acht ersten Automobilen im Ziel sind sechs Wagen mit einem Daimler-Motor sowie zwei Fahrzeuge von Benz & Cie. Das vom Automobile Club de France veranstaltete Rennen Paris–Bordeaux–Paris gilt als einer der Vorläufer des 1906 zum ersten Mal veranstalteten Großen Preises von Frankreich, der bis 1967 offiziell als „Grand Prix de l’Automobile Club de France“ bezeichnet wird.

Vor 105 Jahren: Ralph DePalma gewinnt die 500 Meilen von Indianapolis
Ralph DePalma siegt am 31. Mai 1915 und damit vor 105 Jahren mit dem Mercedes Grand-Prix-Wagen beim 500-Meilen-Rennen von Indianapolis. Und das, obwohl drei Runden vor dem Zieleinlauf eine Pleuelstange im Motor bricht. Doch das Fahrzeug läuft weiter, und DePalma kommt nach 5 Stunden, 35 Minuten und 55 Sekunden mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 144,6 km/h ins Ziel. Es ist vorerst die letzte klassische Austragung des Rennens über 500 Meilen vor einer kriegsbedingten Pause. 1916 wird die Distanz auf 300 Meilen verkürzt, dann findet der Wettbewerb erst nach Kriegsende wieder statt.
Der 1882 geborene amerikanische Rennfahrer italienischer Abstammung ist einer der erfolgreichsten Rennfahrer überhaupt. In seiner 27-jährigen Karriere soll Ralph DePalma in 2.889 Rennen gestartet sein und 2.557 davon gewonnen haben. Zu einigen seiner spektakulärsten Siege verhelfen ihm Mercedes-Rennwagen.
Den Indianapolis-Siegerwagen kann DePalma vor dem Ersten Weltkrieg gerade noch in die USA holen. Beim Grand Prix von Frankreich am 4. Juli 1914 in Lyon, an dem DePalma mit einem Vauxhall teilnimmt, erlebt er den legendären Dreifachsieg der Mercedes-Rennwagen hautnah mit – dreieinhalb Wochen vor Kriegsausbruch. Der Vierzylinder-Vergasermotor des Rennwagens mit 4,5 Liter Hubraum und 78 kW (106 PS) Leistung ist eine fortschrittliche Konstruktion mit obenliegender Nockenwelle und – erstmals bei einem Mercedes-Motor – Vierventiltechnik.
Das Fahrzeug, mit dem Louis Wagner in Lyon den zweiten Platz erzielt hat, verkauft Paul Daimler für 6.000 Dollar an Ralph DePalma. Am 25. Juli 1914 überführt dieser sein neues Wettbewerbsfahrzeug auf eigener Achse nach Antwerpen, wo der Wagen auf dem deutschen Frachter „Vaterland“ in die Vereinigten Staaten von Amerika verschifft wird. DePalma selbst nimmt ab Le Havre den Dampfer „Olympic“ und erhält auf See die Nachricht, dass in Europa am 28. Juli 1914 der Krieg begonnen hat. Bereits im August 1914 startet DePalma mit seiner Neuerwerbung bei zwei Rennen in Illinois und gewinnt. Weitere Siege mit dem Mercedes folgen – darunter als besonders spektakulärer der Sieg bei den Indy 500.

Vor zehn Jahren: Mercedes-AMG Motorsport startet Kundensportprogramm
Die Begeisterung von Privatfahrern für die sportliche Leistungsfähigkeit von Mercedes-Benz Automobilen hat eine lange Tradition. Im Jahr 2010 gibt Mercedes-AMG Motorsport dieser Leidenschaft zum Wettbewerb mit dem Kundensportprogramm eine neue Bühne. Den Beginn macht der damals präsentierte Mercedes-Benz SLS AMG GT3, der auf der Basis des ersten von Mercedes-AMG eigenständig entwickelten Sportwagens entsteht. Gleich in seiner ersten kompletten Saison 2011 wird der Rennwagen zum erfolgreichsten Newcomer, und HEICO Motorsport holt mit dem SLS AMG GT3 die Teamwertung in der FIA GT3 Europameisterschaft. 2013 gewinnt das Black Falcon Team mit den Fahrern Bernd Schneider, Jeroen Bleekemolen, Sean Edwards und Nicki Thiim mit dem SLS AMG GT3 das prestigeträchtige 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring.

Seit 2010 hat Mercedes-AMG Motorsport eines der weltweit führenden Customer-Racing-Programme aufgebaut: Kundenteams aus aller Welt haben fast 400 Rennfahrzeuge in über 120 Serien eingesetzt und damit 418 Gesamtsiege, 788 Klassensiege sowie 171 nationale und internationale Titel errungen. Für die Jubiläumssaison 2020 bietet Mercedes-AMG seinen Kundenteams den neuen AMG GT3 sowie den weiterentwickelten AMG GT4 an.

Presse-Information: Mercedes-Benz Classic

 

Mittwoch, 20. Mai 2020
Jürgen Feye-Hohmann
Presseinfo Mercedes-Benz
Bildergalerie:
Panhard & Levassor with a Daimler-Phoenix engine, Paris–Bordeaux–Paris race from 11 to 14 June 1895.Ralph DePalma at the Untertürkheim plant in July 1914 at the wheel of a Mercedes Grand Prix racing car.First victory of the SLS AMG GT3 at the Nürburgring-Nordschleife in 2010The Paris – Bordeaux – Paris race, 11 - 14.06.1895.From right to left: Mercedes-Benz SLS AMG GT3 (2010), CLA 45 AMG Racing Series (2014), Mercedes-AMG GT3 (2015), Mercedes-AMG GT4 (2017) and Mercedes-AMG GT3 (2019).Five-hundred-mile “Indy 500” race in Indianapolis (USA), 31 May 1915. The subsequent winner Ralph DePalma in his Mercedes Grand Prix racing car. Drawing by Hans Liska.Racing cars from the Mercedes-AMG Customer Racing Programme since 2010Stuttgart, May 20, 2020 - After the impressive anniversary celebrating 125 Years of Motorsport at Mercedes-Benz in 2019, the brand continues to celebrate further outstanding racing moments from its history in 2020.French Grand Prix near Lyon on 4 July 1914. The Mercedes Grand Prix racing car of the eventual winner, Christian Lautenschlager (start number 28), entering the Piège de la Mort (“Death Trap”), around three kilometres from the starting/finishing line. Daimler-Motoren-Gesellschaft achieved a triple victory with its Mercedes Grand Prix racing cars, in the sequence Christian Lautenschlager, Louis Wagner and Otto Salzer.
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