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Die Drei

In 11 Jahren ClassicIndex.eu haben wir viel geschafft. Deutlich über 2000 Teilnehmer unterstützen unsere Seite inzwischen mit Ihrer Teilnahme. Dadurch können Sie, egal wo sie slbst gerade sind, technische Hilfe und kompetente Antworten auf Ihre Fragen finden. Auch ein paar sehr seltene Spezialisten sind darunter. Künstler z.B. die noch Blechteile von Hand in Form bringen können. Alte Techniken bei der Blechbearbeitung, blieben im ehemaligen „Ostblock“ erhalten. Der Mangel an Ersatzteilen machte das erforderlich. Viele dieser Spezialisten arbeiten heute bei bekannten Restaurateuren im Westen und geben dort ihr Wissen an den Nachwuchs weiter. Spezialisten, die das Holz von Vorkriegs-Fahrzeugen erneuern können und vor allem auch die alten Holz-Speichenräder noch herstellen können, sind hin gegen äußerst selten. In Braunschweig könnten wir gleich DREI davon finden.

Die DREI waren es auch, die Luthers Reisewagen, anlässlich des 500. Geburtstag von Martin Luther, neu erstellt haben.
Die Vorlage für den Nachbau war ein kleiner Kupferstich, auf dem das Fahrzeug zusehen ist. Damit ist der für vogelfrei erklärte Luther 1537 von Worms aus, auf die Wartburg bei Eisenach flüchtete. Jetzt steht der Nachbau im Innenhof der Wartburg.
Bis dahin war es ein langer Weg.
Vor Beginn der handwerklichen Arbeiten mussten viele Fragen beantwortet werden. Das Wichtigste bei einem solchen Projekt ist die Theorie" meint Herr Malchus von DIE DREI. Er musste zunächst prüfen, wie andere Fahrzeuge aus der Zeit gebaut worden sind. "Wie groß soll der Wagen werden? Welche Materialien / Hölzer wurden damals verwendet? Und wie sah die Technik im Detail aus? Herr Malchus hatte  einen solchen, mittelalterlichen Wagen selbst noch nicht gebaut. Hilfe fand er bei einem Experten für historischen Wagenbau. Der inzwischen verstorbene Dr. Rudolf Wackernagel hatte, dank seiner Erfahrungen, Antworten zu vielen Konstruktionsdetails. Technik und Know How waren bei den dreien bereits ausreichend vorhanden.
DIE DREI nutzen für ihre Arbeit nicht nur alte Techniken. Auch die originalen Vorrichtungen und Maschinen, die sie für solche Spezial-Aufträge brauchen, sind bei Ihnen vorhanden. Ihre Radmaschine, mit denen die Holz-Räder eines solchen Fahrzeuges herstellen werden, ist inzwischen über 140 Jahre alt. So etwas bekommt man heute nicht mehr! Selbst gebraucht kann man so etwas nicht mehr kaufen. Das gilt auch für viele andere Geräte und Handwerkzeuge, wie Speichenhobel, Ziehmesser und vieles mehr, die bei den DIE DREI auch heute noch zum Einsatz kommen.
Holz-Speichen-Räder sind ohnehin die Spezialität dieser Stellmacher. Leider ist dieser Beruf so gut wie ausgestorben und es gibt auch keine Ausbildungsbetriebe mehr, bei denen diese Fähigkeiten an Nachfolger vermittelt werden.

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Das das A & O bei einem solchen Projekt sind die natürlich Räder.
Nach dem die Abmessungen des Fahrzeuges ermittelt waren, wurde hier wurde die Arbeit begonnen. Das sind die wichtigsten Teile und auch die, deren Herstellung besonders kompliziert ist. Auch bei der Wahl des Werkstoffes wollte man sich an historische Vorbilder halten, um alles so originalgetreu wie möglich zu bauen zu können Für das Fahrwerk und für den Kastenaufbau mit der runden Überdachung aus Lederhäuten, des sogenannte Kobelwagens, war zähes Eschenholz genau der richtige Werkstoff. Bei den etwa 1,6 Meter hohen Rädern entschieden sich die Spezialisten für altes Eichenholz. Im Ammerland wurde 80 Jahre altes Eichenholz gekauft. Die handwerklichen Erfahrungen und Spezialmaschinen waren ja bereits vorhanden. Bei den Radringen hatte man Glück, als man bei einem Schmied aus dem Spreewald, über 100 Jahre alte rostige Nabenringe finden konnte, die später in Braunschweig restauriert wurden.
Die voraussichtlich letzte Fahrt
Besonders bequem war der ungefederte Wagen, mit seinen einfachen Holzbänken sicher nicht, zumal es damals über holpriges Kopfsteinpflaster und unebene Sandwege ging. Der Nachbau des Reisewagens wurde erst im Innenhof der Burg zusammen gesetzt und weil die Toreinfahrt für ihn zu eng ist, wird er auch zukünftig diesen historischen Ort nicht mehr verlassen können.

 

Dienstag, 23. Januar 2018
Jürgen Feye-Hohmann
tischlereidiedrei.de
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