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HomeClassicindexOldtimer Drifttraining – die Quertreiber

Bericht und Fotos (überwiegend) von Andreas Hensing

Biener 160Der typische Oldtimerfreund und Eigentümer behandelt sein Gefährt mit aller Zuneigung und äußerster Vorsicht. Da wird gehätschelt, geputzt, gewartet, restauriert, poliert – auf dass die Liebe noch lange währen möge. Man(n) holt das gute Stück vornehmlich bei gutem Wetter aus der Garage und dreht bisweilen sogar eine kleine Runde auf idyllischen Sträßchen.

ieder daheim angekommen, wird es wieder unter der innen Drift 160 9angerauten Haube aus Naturfaser versteckt, damit bloß kein Stäubchen auf die glänzende Karosserie fallen möge. Doch plötzlich lockt da ein ADAC Fahrsicherheitszentrum mit so etwas Außergewöhnlichem wie dem Oldtimer Drifttraining – die Quertreiber...???

Ich hoffe, dass kein veritabler klassischer Sportwagen des Lesens kundig ist, denn er würde sich schütteln und den Autor der ersten Zeilen verdammen. Schließlich haben ein Austin Healey, ein Triumpf TR 4, TR 6 und ein Porsche 911 älteren Baujahres eines gemeinsam: Sie sind allesamt veritable Sportwagen, die sich über ein paar Runden in Le Mans, am Bilster Berg oder auf dem Nürburgring sicher freuen würden. Damit dies ohne schlimmere Blessuren abgeht, wäre es allerdings ratsam, wenn das sportlich ambitionierte Frauchen oder Herrchen der Drift 160 3Fahrzeugbeherrschung auch im Grenzbereich kundig wäre.
Um dieses Talent zu perfektionieren, trafen sich am 23. August – bei durchaus unerwartetem Sonnenschein – einige Oldtimerbesitzer auf dem Trainingsgelände des ADAC bei Lüneburg zu einem speziellen Oldtimer Drifttraining, veranstaltet von der Firma Sportwagen Event. Dahinter steht als erfahrener (ADAC-) Trainer Matthias Wetzler. Er wurde als Instruktor unterstützt von Thomas Sandmann, der sonst als Leiter eines Rennteams fungiert und auf Veranstaltungen gern einmal selbst ein Race-Taxi kutschiert.

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Da die Zahl der driftwilligen Oldtimerfahrer auch im Großraum Hamburg überschaubar ist, wurde die Gruppe durch ein paar Fahrer(innen) ergänzt, die mit moderneren, aber durchaus klassisch zu nennenden Sportwagen am Training teilnahmen – zum Beispiel einem BMW Z3 M-Coupé, Z4 M-Roadster, 320; Toyota GT 86 oder Nissan 370Z. Die Veranstaltung begann mit einer kurzen Vorstellung aller Teilnehmer, bei der Wünsche und Erwartungen erfragt sowie die Drift 160 12Programmpunkte erläutert wurden. Etliche der ambitionierten Piloten und Pilotinnen hatten bereits Drift- oder Rennstreckentrainings hinter sich und auch Rennstreckenerfahrung gesammelt, oder besaßen sogar schon eine A-Lizenz. Deshalb konnte der theoretische Teil kurz gehalten werden. Gleichwohl galt es, den unterschiedlichen Baujahren und Fahrzeugkonzepten Rechnung zu tragen. Schließlich verfügten zumindest die Oldtimer nicht über Servohilfen oder elektronische Fallschirme, die einen Abflug abzufangen in der Lage gewesen wären. Das Übungsgelände bot zudem genug Auslaufzonen, sodass Dreher nicht nur unbeabsichtigt geschahen, sondern sogar bewusst herbeigeführt werden konnten, ohne Folgen für Fahrer und Auto zu verursachen.
Als leichte Einfahrübung fuhr Matthias mit uns zu einer steilen Bergabpassage, die Dank gut bewässerter Fläche keinen nennenswerten Reibwiderstand hatte. Hier konnten die Teilnehmer, allein durch eine Slalomfahrt, das Heck ihres Autos dazu bewegen, ein – gewolltes – Überholmanöver einzuleiten, das dann durch Gegenlenken ausgeglichen wurde... oder auch nicht, was dann zu einer mehr oder weniger eleganten Pirouette ausartete.
Drift 160 1Aufgrund der kleinen Gruppe, konnten bei jeder Übung zahlreiche Runden gefahren werden, die dann auch schnell zu einem zufriedenstellenden Trainingsergebnis – sprich gekonntem Drift – führten. Das traf besonders für das Ende dieses Segments zu, einer langgezogenen, ebenfalls reibwertarmen und gut bewässerten Linkskurve im Anschluss an das Gefälle.
Besonders bei den offenen Roadstern führte gerade die ständige Befeuchtung zu einer "Ice Bucket Challenge" ohne Eiswürfel. Für einen „Wet-T-Shirt-Contest" reichte es aber allemal.
Die Healey- und TR-Fraktion schonte bei einigen Übungen lieber Fahrwerk und Reifen. Ebenso beim der Abschlussübung, einem Lastwechsel-Slalom auf sehr gut bewässerter, ebener Strecke. Auch hier konnte man richtig nass werden und die meisten Teilnehmer fuhren entweder mit vorsorglich oder bauartbedingt geschlossenem Dach.
Drift 160 4Danach folgte – bei immer noch herrlichem Kaiserwetter – die Abschlussbesprechung auf der Terrasse des ADAC-Geländes. Hier wurde noch einmal betont, dass die Driftfähigkeit eines Autos sehr stark konstruktionsbedingt ist oder zusätzlich durch die Wahl der Reifen beeinflusst werden kann. Während im Toyota meist ein mehr oder minder beherzter Tritt aufs Gaspedal den Heckschwenk einleitet, muss beispielweise im 320er BMW Touring mit Lastwechseln gearbeitet werden. Klassiker, wie der Porsche 356, lassen kaum einen Drift zu. Sein Nachfolger, der 911er, driftete jedoch um die Ecken, dass allein das Zusehen eine wahre Freude war.
Einig waren sich alle Teilnehmer darin, dass besonders bei der „hohen Schule des Driftens" allein Übung den Meister macht.
Das nächste Training ist übrigens der Saisonabschluss am 26. Oktober. Es werden aber auch auf anderen Übungsstrecken ähnliche Spezialtrainings, auch von anderen Veranstaltern angeboten. Gute Beispiele findet man im CI.eu-Terminkalender.
Sehen Sie dazu auch den auf dem Bilster-Berg gedrehten Youtube-Film.

Anmerkung CI.eu
raise a smile 150Seminare wie diese und ähnliches findet man im Reise & EventEvent. Die Veranstalter und ihre Ansprechpartner sehen Sie in der Kategorie „Reise & EventEvent". Eigentlich müssten solche Angebote auch unter „Goodies und Geschenkideen" stehen. Aus eigener Erfahrung wissen wir, dass ein Gutschein für eine Teilnahme ein sehr gutes Geschenk ist. Für den eigenen Partner, Mitarbeiter oder auch Kollegen zu einem besonderen Anlass zum Beispiel. Das ist nicht billig? Braucht man nicht wirklich? Stimmt, aber es macht unglaublichen Spaß, an den man sich noch lange erinnern wird. Nur wer Pech hat wird mit dem Üblichen beschenkt.

Samstag, 30. August 2014
Jürgen Feye-Hohmann
Andreas Hensing / Hanseatischer-buchverlag.de
Partex Global GmbH
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